Am Samstag beendet ein atlantisches Frontensystem den zunächst ruhigen Hochdruckeinfluss in großen Teilen des Vorhersagegebiets. Im Laufe des Nachmittags und Abends breiten sich von den Grenzregionen zu den Benelux-Staaten dichte Bewölkung sowie schauerartiger Regen aus. Besonders in den Abendstunden und in der ersten Nachthälfte sind lokal Gewitter mit starken bis stürmischen Böen zu erwarten. Die Temperaturen steigen zuvor je nach Region auf milde Werte zwischen 11 und 20 Grad an. In der Nacht zum Sonntag verlagert sich der Niederschlagskorridor weiter landeinwärts.
Die aktuelle Wetterlage und die bevorstehenden Veränderungen.
Ein Höhenrücken prägt zunächst das Wettergeschehen, verlagert seine Achse jedoch bis zum Abend in die mittleren Landesteile. Gleichzeitig rückt das Bodentiefdruckgebiet TAMINA mit Zentrum nahe Schottland näher. Das System beginnt sich zwar zögerlich aufzufüllen, sein teilokkludiertes Frontensystem greift jedoch am Nachmittag in Verbindung mit einem scharf geschnittenen Bodentrog auf den Vorhersageraum über. Vorderseitig wird feuchte Warmluft herangeführt, was zu einer leichten Labilisierung der Atmosphäre und dem Aufbau konvektiver Energie führt.

Durch die präfrontale Anfeuchtung der Luftmasse entsteht ein dynamisches Umfeld, das nicht nur stratiformen Dauerregen zulässt. Die moderate Labilisierung reicht aus, um im Vorfeld und entlang der Luftmassengrenze konvektive Umlagerungen auszulösen. Entsprechend muss neben flächigen Niederschlägen auch mit isolierten, kräftigen Schauern und elektrischen Entladungen gerechnet werden. Die hauptsächliche meteorologische Gefahr geht dabei weniger von extremen Regensummen aus, sondern von kurzzeitigen Windverstärkungen durch Impulstransport, die in Gewitternähe als stürmische Böen bis in tiefe Lagen durchgreifen.

Regionale Vorhersagen und Prognosen
Nordrhein-Westfalen: Nach einem freundlichen Start verdichtet sich die Bewölkung ab dem Nachmittag. Zunächst setzt rund um Aachen und in der Kölner Bucht schauerartiger Regen ein, der sich bis zum Abend über das Münsterland und das Hochsauerland ausbreitet. Lokal können sich einzelne Gewitter bilden. Die Höchstwerte liegen heute bei 20 Grad in Heinsberg, 18 Grad in Köln und Essen sowie 16 Grad in Olpe. Der Südostwind dreht abends auf westliche Richtungen und frischt mit starken, vereinzelt stürmischen Böen auf. Gefahr von Aquaplaning auf den Autobahnen ist bei Starkregen nicht ausgeschlossen, passen Sie Ihre Geschwindigkeit entsprechend an.


Rheinland-Pfalz: Der Tag beginnt heiter und niederschlagsfrei. Im weiteren Nachmittagsverlauf zieht vom Bitburger Gutland und der Vulkaneifel dichte Bewölkung auf. Nachfolgend setzt Regen ein, der sich über das enge Moseltal bis in die Vorderpfalz verlagert und teils schauerartig verstärkt wird. Am Abend sind kurze Gewitter möglich. Die Temperaturen erreichen 20 Grad in Trier, Wittlich und Kaiserslautern, 18 Grad in Koblenz und um 17 Grad in Prüm in der Eifel. Bei Gewittern drohen starke bis stürmische Böen um 65 km/h. Suchen Sie bei Aufzug des Gewitters feste Gebäude auf und meiden Sie bei Waldspaziergängen Alleen.
Hessen: Der Vormittag zeigt sich überwiegend sonnig. Am Nachmittag nehmen die Wolken im Lahn-Dill-Kreis und im Rheingau zu, gefolgt von ersten Niederschlägen. Am Abend und in der Nacht zum Sonntag breitet sich der schauerartige Regen über die Mainmetropole und ihr Umland bis in die nordhessische Senke rund um die documenta-Stadt Kassel aus. Anfangs sind einzelne Gewitter mit stürmischen Böen gering wahrscheinlich. Die Maxima liegen heute bei 20 Grad in Darmstadt, 19 Grad in Frankfurt am Main und 17 Grad in Kassel sowie Gießen. In den Hochlagen des Uplands um Willingen werden 13 Grad erreicht. Auf den Straßen besteht nachts lokal erhöhte Rutschgefahr durch nasse Fahrbahnen oder erste vom Wind abgebrochene Äste.

Nordbayern: Hier hält sich der freundliche Einfluss am längsten. Der Samstag zeigt sich nach anfänglicher Bewölkung zunehmend sonnig, insbesondere rund um die Domstadt Regensburg und im fränkischen Weinland. Die Höchstwerte reichen heute von 17 Grad in Würzburg und 16 Grad in Nürnberg bis hin zu 14 Grad in Regensburg. Im Fichtelgebirge, wie etwa in Selb, werden frische 11 Grad gemessen. In der Hochrhön treten starke Windböen aus Südost auf. Erst in der Nacht zum Sonntag greifen dichte Wolken auf Franken über und bringen von der Landesgrenze her einsetzenden Regen.
Fazit und Fakten für den heutigen Samstag
Der Durchzug des Frontensystems sorgt für einen markanten Wetterwechsel und beendet die kurzzeitige Hochdruckphase. Am Sonntag verlagern sich die Regenfälle weiter in Richtung Bayern, während in den übrigen Regionen bereits Wetterberuhigung einsetzt. Autofahrer sollten sich in der Nacht regional auf nasse und windanfällige Streckenabschnitte einstellen.
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