Großwetterlage für Deutschland
Haben Sie Ihre Sonnenbrille schon griffbereit? Nach den grauen und nassen Tagen der letzten Zeit werden Sie diese nämlich höchstwahrscheinlich brauchen. Das Wetter versucht sich aktuell an einem ziemlich beeindruckenden Zaubertrick und verwandelt den tristen Spätwinter in einen leuchtenden Vorfrühling. Doch seien Sie gewarnt, die Natur hat noch ein paar Asse im Ärmel und nicht jeder bekommt automatisch einen Platz in der ersten Sonnenreihe. Lassen Sie uns gemeinsam einen genauen Blick darauf werfen, was die Atmosphäre in den nächsten Tagen für uns zusammenbraut.
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Die Nacht zum Mittwoch räumt die atmosphärische Bühne erst einmal gründlich auf. Die letzten nassen Reste der alten Fronten werden resolut weggewischt und auch am Alpenrand wird der Dauerregen endlich abgestellt. Stattdessen macht sich eine mächtige Hochdruckzone – wir nennen sie mal unsere osteuropäische Hochdruckbastion – über unseren Köpfen breit. Für Sie bedeutet das: Der Frühling unternimmt einen absolut ernsthaften Anlauf. Wenn Sie beispielsweise in der Kölner Bucht in Nordrhein-Westfalen oder entlang der Weinstraße in Rheinland-Pfalz wohnen, könnten Sie fast zusehen, wie das Thermometer mit der Zwanzig-Grad-Marke flirtet. Ja, Sie haben richtig gehört, knapp zwanzig Grad im Februar!
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Wetter-Wissen kompakt
Warum ist das aktuell so? Stellen Sie sich unsere Atmosphäre momentan wie einen riesigen, unsichtbaren Schichtkuchen vor. Weit oben am Himmel wölbt sich ein sogenannter Höhenrücken über uns auf – das ist im Grunde ein gigantischer Berg aus sehr milder Luft. Direkt darunter, näher am Erdboden, sitzt unser kräftiges Bodenhoch. Normalerweise steigt warme Luft ja bekanntlich nach oben. Bei hohem Luftdruck ist die Luft jedoch schwer und sinkt ganz langsam ab.
Während sie absinkt, erwärmt sie sich zusätzlich. Das erzeugt eine meteorologisch extrem spannende, aber für uns manchmal nervige Situation: Ein paar hundert Meter über Ihrem Kopf ist die Luft tatsächlich deutlich wärmer als unten am Boden. Wir Meteorologen nennen dieses Phänomen eine “Inversion”, also eine Umkehrung der normalen Temperaturregeln. Weil diese absinkende warme Luft wie ein riesiger, unsichtbarer Topfdeckel auf der Landschaft liegt, kann die Feuchtigkeit von unten – also die Pfützen vom gestrigen Regen – nicht nach oben entweichen.
Sie kondensiert zu unzähligen winzigen Wassertröpfchen. Et voilà: Sie sitzen in einer dichten, grauen Wolke, die wir Nebel nennen. Nur dort, wo der Wind wie ein riesiger Löffel wirkt und diese atmosphärische Suppe kräftig umrührt, oder wo die Sonne stark genug ist, um den Deckel gewissermaßen wegzubrennen, löst sich der Nebel auf. Erst dann kann die unglaublich milde Frühlingsluft von oben auch endlich zu Ihnen auf den Boden durchgreifen.
Die wichtigsten Karten im Überblick
REGEN MORGEN (Nachm.): Die Karte zeigt eher Schwerpunkte als flächigen Regen: am Tag sticht vor allem der Raum Marburg mit rund 5.6 mm heraus.
TEMPERATUR MORGEN (14 Uhr): Temperaturseitig fällt heute vor allem die Spannweite auf: rund 5 Grad zwischen Korbach und Trier.
Regionale Vorhersage: Hessen, Rheinland-Pfalz & Saarland
Nordhessen & Osthessen
In Nord- und Osthessen ist es am Nachmittag stark bewölkt, gebietsweise fällt leichter Regen. Die Temperaturen erreichen Werte um 11 Grad, so auch in Kassel und Fulda. Am Abend und in der Nacht bleibt es stark bewölkt und es bildet sich gebietsweise Nebel. Morgen Vormittag lockert die Bewölkung auf und es wird zunehmend heiter. Temperaturmäßig liegt die Region heute relativ eng zusammen, meist zwischen 10 und 11°C. Der Niederschlagsschwerpunkt liegt eher lokal, mit den höchsten Summen heute rund um Marburg (etwa 5.6 mm). Der Wind spielt dort eine größere Rolle, wo Schauer durchziehen – Spitzenböen um 39 km/h sind vor allem im Raum Korbach drin.
Rhein-Main & Mittelhessen
Im Rhein-Main-Gebiet und in Mittelhessen zeigt sich das Wetter ähnlich. Auch hier ist es stark bewölkt und es regnet gebietsweise leicht. Die Höchstwerte liegen um 12 Grad, beispielsweise in Frankfurt, Wiesbaden und Gießen. In der Nacht zum Mittwoch bildet sich Nebel. Der morgige Vormittag bringt auch hier freundlicheres Wetter mit sich. Temperaturmäßig liegt die Region heute relativ eng zusammen, meist zwischen 11 und 13°C. Der Niederschlagsschwerpunkt liegt eher lokal, mit den höchsten Summen heute rund um Erbach (etwa 5.6 mm). Wind ist zwar Thema, aber eher begleitend und nicht das Hauptsignal des Tages.
Rheinland-Pfalz & Saarland
In Rheinland-Pfalz und im Saarland ist es ebenfalls stark bewölkt und es gibt gebietsweise etwas Regen. Die Temperaturen erreichen maximal 15 Grad in Trier und 14 Grad in Saarlouis. In der Nacht entsteht Nebel, der sich am Mittwochvormittag auflöst. Gebietsweise kann es dann heiter werden. Temperaturmäßig liegt die Region heute relativ eng zusammen, meist zwischen 12 und 15°C. Der Niederschlagsschwerpunkt liegt eher lokal, mit den höchsten Summen heute rund um Koblenz (etwa 5.2 mm). Wind ist zwar Thema, aber eher begleitend und nicht das Hauptsignal des Tages.
Mittelfristige Aussichten
MOS 5‑Tage Prognosen
Niederschlag
Wohin geht die Reise?
Der Donnerstag bringt dann glücklicherweise etwas mehr Schwung in die Bude. Die erwähnte Hochdruckbastion verlagert ihr gemütliches Zentrum weiter in Richtung Mittelmeer und macht Platz für einen schwachen Trog. Ein Trog ist im Grunde eine winzige, fast schon entschuldigende Welle tieferen Luftdrucks, die von der französischen Grenze einmal quer über uns hinweg in Richtung Polen zieht. Keine Sorge, dieses Gebilde hat seine Regenwolken offenbar zu Hause vergessen; es schiebt lediglich ein paar harmlose Wolkenfelder über den Himmel, vielleicht fallen oben in Schleswig-Holstein mal drei einsame Tropfen. Die fantastische Nachricht für Sie ist, dass der Wind endlich aufwacht. Eine frische Brise aus dem Saarland und Frankreich hilft dabei, die Luft ordentlich durchzumischen.
Damit löst sich die nervige Nebelsuppe über den hessischen Niederungen und den fränkischen Tälern deutlich schneller auf als noch am Vortag. Die Temperaturen machen einen erneuten Satz nach oben, verbreitet erwarten Sie mehr als fünfzehn Grad, und besonders rund um den Rhein-Main-Bereich sowie tief im Ruhrgebiet wird es wieder herrlich mild.
Lediglich oben an den Küsten und auf dem Brocken im Harz pfeift der Wind recht garstig und erinnert Sie dezent daran, dass der Winter seine Koffer noch nicht restlos gepackt hat. Auch die Nächte bleiben eine Zeit der Gegensätze. Wenn der Himmel über dem Fichtelgebirge oder dem Bayerischen Wald komplett aufklart, schleichen sich die Temperaturen heimlich, still und leise wieder unter den Gefrierpunkt. Ein wenig Kratzen an der Autoscheibe am frühen Morgen ist also durchaus noch drin.
Fazit Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Vorfrühling uns eine wunderbare, aber teils trügerische Vorschau bietet, insbesondere wenn Sie in den wärmeverwöhnten Ecken von Nordrhein-Westfalen oder Rheinland-Pfalz leben. Es ist ein faszinierendes Spiel zwischen himmlischer Milde und bodennaher Grauheit. Genießen Sie die Sonnenstrahlen, wo immer sie sich durchsetzen, denn das wärmere Wetter-Abonnement ist noch nicht fest gebucht. Spätestens in der Nacht zum Freitag, wenn ein kleines Randtief von England her anklopft und seine Wolkenboten an die Nordseestrände schickt, könnten wir uns wieder daran erinnern, was eigentlich groß auf dem Kalender steht.
Rohdaten: Deutscher Wetterdienst (DWD)
Redaktionell aufgearbeitet von: Meteoleitstelle Hessen
Wetterkarten Rohdaten: Open-Meteo
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