Die Großwetterlage über Europa präsentiert sich weiterhin in einem festgefahrenen Zustand, dominiert von einem mächtigen Hochdruckgebiet über Fennoskandien, das sich hartnäckig hält und den Zustrom atlantischer Tiefdruckgebiete nach Osten blockiert. Dieses Hoch, getauft auf den Namen “EMMERAM”, übt mit einem Kerndruck von über 1025 hPa eine erhebliche blockierende Wirkung aus, da es von einer abgeschlossenen Höhenantizyklone in der oberen Atmosphäre gestützt wird. Stellen Sie sich das vor wie einen Fels in der Brandung, der die anrollenden Wellen bricht.
Die Tiefdruckgebiete, darunter das Doppel-Tief “STEPHIE”, versuchen von Westen heranzukommen und ihre Ausläufer in Richtung Mitteleuropa zu schicken. Die zugehörige Okklusion, quasi die Warmfront, die von der Kaltfront eingeholt wird, schafft es aber kaum über die Elbe hinaus. Dort droht ihr das gleiche Schicksal wie vielen ihrer Vorgänger: Sie löst sich allmählich auf, ohne wirklich durchgreifenden Einfluss auf das Wettergeschehen im Süden zu nehmen.
Dennoch ist die Restfeuchtigkeit dieser Systeme nicht zu unterschätzen. Es besteht weiterhin eine gewisse Wetterwirksamkeit, wenn auch in abgeschwächter Form. Die Kombination aus leicht konvergenten Windfeldern – das bedeutet, die Winde strömen zusammen – und einer hohen Feuchtsättigung der Luft, einer Mischung aus aus dem Hoch ausfließender Kaltluft und vom Atlantik herangeführter Meeresluft, reicht aus, um schwache Niederschläge zu verursachen. Diese Niederschläge konzentrieren sich vor allem auf die Gebiete von Südhessen über Bayern bis hinunter nach Sachsen und können in der kommenden Nacht phasenweise auftreten.

Aktuelle Druckverteilung über Europa (Quelle: ECMWF/OpenMeteo)
Die Frage ist jedoch, in welcher Form diese Niederschläge fallen werden. Während tagsüber bei meist positiven Temperaturen Regen, Schneeregen oder Schnee beobachtet wurde, verschiebt sich der Schwerpunkt in der Nacht zum Sonntag zunehmend zur Schneephase. Dies liegt daran, dass es in den tieferen Luftschichten abkühlt, die Temperaturen in 850 hPa Höhe, also etwa 1500 Meter über dem Meeresspiegel, von rund -1°C am Abend auf etwa -3°C am Morgen sinken. Zusammen mit der hohen Luftfeuchtigkeit steigt die Wahrscheinlichkeit für die Bildung von Schneekristallen erheblich.
Es ist jedoch Vorsicht geboten, denn der „Teufel steckt im Detail“. Die niedrig angesetzten Niederschlagsraten und die komplexen mikrophysikalischen Prozesse in den Wolken machen eine präzise Vorhersage schwierig. Die Meteorologen behalten die Entwicklung genau im Auge, um gegebenenfalls kurzfristig reagieren zu können.
Zudem sollten Sie beachten, dass sich im Westen und Süden Deutschlands die Wolkendecke tagsüber vielerorts aufgelockert hat, was zu einem deutlichen Temperaturanstieg in den vorfrühlingshaften Bereich geführt hat. Diese Wärme wird in der kommenden Nacht jedoch wieder abgebaut, da die Strahlungsbilanz zu dieser Jahreszeit eine Abkühlung begünstigt. Auch die Sichtverhältnisse werden sich durch die verbreitete Bildung von Nebel oder Hochnebel verschlechtern. Die aus dem Atlantik stammende Luftmasse ist bereits in den unteren Schichten sehr feucht, sodass bereits eine geringe langwellige Strahlungsabkühlung ausreicht, um Nebelfelder zu bilden. In Regionen mit Schneeresten kann es zusätzlich zur Bildung von Mischungsnebel kommen.
📡 Aktuelles Radar-Loop
(Wissen)
Wetter-Wissen kompakt
Okklusion
Eine Okklusion entsteht, wenn eine Kaltfront schneller als eine Warmfront voran kommt und diese einholt. Dabei wird die wärmere Luft zwischen den beiden Fronten angehoben, wodurch eine Mischfront entsteht, die sowohl Merkmale von Warm- als auch Kaltfronten aufweist. In der Regel sind Okklusionen mit Niederschlägen verbunden, die jedoch meist weniger intensiv sind als bei einer aktiven Kaltfront.
Aktuelle Wetterkarten


Detailbericht für Bayern & Baden Württemberg
Am Abend und in der Nacht verstärkt sich die Bewölkung weiter, und es fällt gebietsweise leichter Schnee oder Schneeregen. Besonders in den höheren Lagen der Mittelgebirge und in den Alpen kann es zu Schneefall kommen. Die Temperaturen sinken im Laufe der Nacht verbreitet unter den Gefrierpunkt, sodass mit Glätte durch überfrierende Nässe oder Reif zu rechnen ist. Autofahrer sollten besonders in den Morgenstunden vorsichtig sein. Im Nordosten Bayerns und in den höheren Lagen des Schwarzwaldes kann es sogar zu leichtem Dauerfrost kommen.
Es ist mit Nebelbildung zu rechnen, die die Sichtweite teilweise erheblich einschränken kann. Besonders betroffen sind die Täler und Senken der Mittelgebirge sowie die Regionen mit Schneeresten.
Wetter-Trend & Analyse
[ml_hc_trend temp=”W3sibmFtZSI6IlBhc3NhdSIsImRhdGEiOltbMTc3MDQxODgwMDAwMCw0LjBdLFsxNzcwNTA1MjAwMDAwLDUuMF0sWzE3NzA1OTE2MDAwMDAsNy4zXSxbMTc3MDY3ODAwMDAwMCw2LjldLFsxNzcwNzY0NDAwMDAwLDcuNl0sWzE3NzA4NTA4MDAwMDAsNS4xXSxbMTc3MDkzNzIwMDAwMCw3LjNdLFsxNzcxMDIzNjAwMDAwLDMuNF0sWzE3NzExMTAwMDAwMDAsMS4zXSxbMTc3MTE5NjQwMDAwMCwxLjRdLFsxNzcxMjgyODAwMDAwLDQuM10sWzE3NzEzNjkyMDAwMDAsMTAuNF0sWzE3NzE0NTU2MDAwMDAsNC43XSxbMTc3MTU0MjAwMDAwMCw2LjBdXX0seyJuYW1lIjoiS29uc3RhbnoiLCJkYXRhIjpbWzE3NzA0MTg4MDAwMDAsOS40XSxbMTc3MDUwNTIwMDAwMCw4LjFdLFsxNzcwNTkxNjAwMDAwLDMuM10sWzE3NzA2NzgwMDAwMDAsNi4yXSxbMTc3MDc2NDQwMDAwMCwxMS4wXSxbMTc3MDg1MDgwMDAwMCw4LjJdLFsxNzcwOTM3MjAwMDAwLDUuN10sWzE3NzEwMjM2MDAwMDAsMi4wXSxbMTc3MTExMDAwMDAwMCwxLjJdLFsxNzcxMTk2NDAwMDAwLDQuM10sWzE3NzEyODI4MDAwMDAsMTEuMl0sWzE3NzEzNjkyMDAwMDAsNy4xXSxbMTc3MTQ1NTYwMDAwMCw0LjhdLFsxNzcxNTQyMDAwMDAwLDMuMF1dfV0=” rain=”W3sibmFtZSI6IlBhc3NhdSIsImRhdGEiOltbMTc3MDQxODgwMDAwMCwwLjNdLFsxNzcwNTA1MjAwMDAwLDAuMF0sWzE3NzA1OTE2MDAwMDAsMC4wXSxbMTc3MDY3ODAwMDAwMCwwLjBdLFsxNzcwNzY0NDAwMDAwLDQuMl0sWzE3NzA4NTA4MDAwMDAsNC4yXSxbMTc3MDkzNzIwMDAwMCw1LjRdLFsxNzcxMDIzNjAwMDAwLDMuNF0sWzE3NzExMTAwMDAwMDAsMi42XSxbMTc3MTE5NjQwMDAwMCwzLjJdLFsxNzcxMjgyODAwMDAwLDcuMF0sWzE3NzEzNjkyMDAwMDAsMTAuNF0sWzE3NzE0NTU2MDAwMDAsMTIuOF0sWzE3NzE1NDIwMDAwMDAsMC4yXV19LHsibmFtZSI6IktvbnN0YW56IiwiZGF0YSI6W1sxNzcwNDE4ODAwMDAwLDAuMl0sWzE3NzA1MDUyMDAwMDAsMC4wXSxbMTc3MDU5MTYwMDAwMCwwLjBdLFsxNzcwNjc4MDAwMDAwLDAuMl0sWzE3NzA3NjQ0MDAwMDAsMTkuMF0sWzE3NzA4NTA4MDAwMDAsMTEuOF0sWzE3NzA5MzcyMDAwMDAsMTEuNV0sWzE3NzEwMjM2MDAwMDAsNC42XSxbMTc3MTExMDAwMDAwMCwwLjBdLFsxNzcxMTk2NDAwMDAwLDYuNF0sWzE3NzEyODI4MDAwMDAsMTIuNF0sWzE3NzEzNjkyMDAwMDAsNi42XSxbMTc3MTQ1NTYwMDAwMCwzLjRdLFsxNzcxNTQyMDAwMDAwLDAuMF1dfV0=” suffix=”Vergleich Passau vs Konstanz” bg=”#e3f2fd”]
(14-Tage-Trend)
Der 14-Tage-Trend im Detail
Wohin geht die Reise?
Die 14-Tage-Trends für Passau und Konstanz zeigen eine ähnliche Entwicklung: Nach einer ersten, milderen Woche deutet sich für die zweite Wochenhälfte ein deutlicher Temperaturrückgang an. Dies lässt darauf schließen, dass der aktuelle, leicht winterliche Einschlag keine Eintagsfliege ist, sondern sich in der kommenden Woche fortsetzen könnte. Es ist also mit einer zunehmenden Wahrscheinlichkeit für winterliche Verhältnisse in Süddeutschland zu rechnen.
Keine Unwetterwarnung mehr verpassen!
Unterstützen Sie unsere unabhängige Redaktion: Fügen Sie die Meteozentrale mit nur einem Klick als bevorzugte Nachrichtenquelle in Ihrer Google-Suche hinzu. So erhalten Sie unsere Warnungen bei kritischen Wetterlagen garantiert immer sofort als Erstes.
⭐ Bei Google als bevorzugt markieren