Die aktuelle Wetterlage präsentiert sich als klassisches November-Erbe im Dezember: Eine zähe Mischung aus tief hängenden Wolken, Nebelfeldern und gelegentlichem Nieseln bestimmt vielerorts das Bild. Doch die meteorologischen Modelle deuten auf eine Umstellung hin, die pünktlich zum Wochenende Bewegung in die Atmosphäre bringt.

Meteorologisch betrachtet befinden wir uns derzeit in einer Pattsituation. Die Dynamik in der Atmosphäre ist äußerst gering, was dazu führt, dass sich Wettersysteme kaum verlagern. Für Sie bedeutet das vorerst: Geduld haben. Ein kräftiges Hochdruckgebiet über Osteuropa blockiert das Vorankommen atlantischer Tiefausläufer. Diese laufen quasi gegen eine unsichtbare Wand und verlieren dabei den Großteil ihrer Energie.
Ruhiger, aber ungemütlicher Start
So präsentiert sich der Donnerstag vor allem im Münsterland und am Niederrhein noch mit leichten Regenfällen, die jedoch keine nennenswerten Mengen hinterlassen. In den Regionen wie dem Sauerland oder dem Thüringer Wald kann aus dem dichten Grau heraus leichter Sprühregen fallen. Hier ist Vorsicht geboten: In den kühleren Morgenstunden ist auf Brücken und in Waldschneisen kurzzeitig Glätte nicht gänzlich ausgeschlossen. Je weiter Sie nach Süden blicken, desto ruhiger wird es, wenngleich sich die Sonne nur selten gegen die Hochnebeldecken durchsetzen kann. Die Temperaturen bewegen sich dabei meist im einstelligen Plusbereich.



Ein Hauch von Winter in der Nacht
In der Nacht zum Freitag ändert sich die Strömung leicht. Ein Höhentief weitet seinen Einflussbereich aus, was insbesondere südlich der Donau bis hin zum Bayerischen Wald für leichte Niederschläge sorgt. Interessant wird es hier in Lagen oberhalb von 600 Metern: Dort gehen die Tropfen in Schneeflocken über. Zwar sind keine massiven Schneemengen zu erwarten, doch eine dünne weiße Schicht ist auf den Gipfeln durchaus möglich. In den Tälern der Mittelgebirge sollten Sie am Freitagmorgen besonders wachsam sein, da bei Werten um den Gefrierpunkt die Straßen stellenweise glatt werden können. Der Freitag selbst verläuft dann als Übergangstag, an dem sich die Wolken größtenteils hartnäckig halten und im Osten, etwa im sächsischen Bergland, noch letzte Flocken oder Tropfen fallen.

Der Samstag bringt frischen Wind und mildere Luft
Spürbare Bewegung kommt erst am Samstag in die Wetterküche. Ein Tiefdrucksystem bei den Britischen Inseln schickt seine Vorboten zu uns. Das merken Sie vor allem am Wind: In den Höhenzügen von Rheinland-Pfalz und Hessen frischt dieser deutlich auf; auf exponierten Kuppen müssen Sie mit stürmischen Böen rechnen. Gleichzeitig schiebt dieses System mildere Luftmassen zu uns. Während es im Osten noch kühl bleibt, klettern die Thermometer im Rhein-Main-Gebiet und im Saarland bereits spürbar nach oben, teilweise in den zweistelligen Bereich. Der Preis für die Milderung ist jedoch neuer Regen, der sich langsam von West nach Ost ausbreitet.
Fazit: Warum ist das aktuell so?
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir den Übergang von einer statischen zu einer dynamischen Wetterlage erleben. Aktuell herrscht noch eine sogenannte “gradientenschwache Lage”. Das bedeutet vereinfacht ausgedrückt, dass der Luftdruckunterschied zwischen verschiedenen Regionen sehr gering ist. Ohne diesen Unterschied fehlt der “Motor”, der den Wind antreibt und Wettersysteme zügig transportiert – die Luftmassen stehen quasi still, was zu dem zähen Nebel und Hochnebel führt.
Zum Wochenende hin ändert sich dies durch “Warmluftadvektion”. Das ist der Fachbegriff für das Heranführen warmer Luftmassen durch Windströmungen. Ein Tiefdruckgebiet westlich von uns gewinnt an Kraft und schaufelt warme Luft von Südwesten nach Deutschland. Da warme Luft leichter ist, gleitet sie auf die hier liegende kältere Luft auf, was Wolkenbildung und Regen zur Folge hat, aber eben auch die Temperaturen ansteigen lässt. Sie tauschen also das ruhige, kalte Grau gegen milderes, aber windiges und nasses Wetter.
Keine Unwetterwarnung mehr verpassen!
Unterstützen Sie unsere unabhängige Redaktion: Fügen Sie die Meteozentrale mit nur einem Klick als bevorzugte Nachrichtenquelle in Ihrer Google-Suche hinzu. So erhalten Sie unsere Warnungen bei kritischen Wetterlagen garantiert immer sofort als Erstes.
⭐ Bei Google als bevorzugt markieren





