Großwetterlage für Deutschland
Druckverteilung über Europa als Hintergrundinformation zur Großwetterlage in Deutschland.
Die Großwetterlage über Europa präsentiert sich heute in einem klassischen Omega-Muster. Ein Hochdruckgebiet über dem Atlantik, das sogenannte Azorenhoch, blockiert die Tiefdruckgebiete, die normalerweise von West nach Ost ziehen. Östlich davon hat sich ein Tiefdruckgebiet etabliert, dessen Ausläufer, ein sogenannter Trog, sich bis nach Deutschland erstreckt. Ein Trog ist im Prinzip eine Art “Delle” in der Atmosphäre, gefüllt mit kälterer Luft in höheren Schichten.
Diese Kaltluft agiert wie ein Staubsauger, der die darunterliegenden Luftmassen zum Aufsteigen zwingt. Das Resultat sind Wolkenbildung und Niederschläge.
Dieser Trog sorgt dafür, dass feuchte Luftmassen vom Mittelmeer in Richtung Deutschland gelenkt werden. Diese Luft trifft auf die bereits vorhandene Kaltluft über Deutschland, was die Hebungsprozesse verstärkt und zu anhaltenden Niederschlägen führt.
Im Westen Deutschlands zeichnet sich zudem eine sogenannte Warmfront ab, die mit Warmluftadvektion einhergeht. Das bedeutet, dass wärmere Luftmassen in höhere Luftschichten transportiert werden, was die Stabilität der Atmosphäre weiter reduziert und die Entstehung von Niederschlägen begünstigt. Die Warmluftfront schiebt sich über die vorhandene Kaltluft und führt zu einer breiten Zone mit teils kräftigen Niederschlägen, die sich von Westen her ausbreiten.
Im Laufe der Nacht verlagert sich der Trog langsam ostwärts, wodurch die Niederschläge im Westen allmählich nachlassen.
Allerdings intensivieren sie sich gleichzeitig an den Alpen, da die feuchten Luftmassen dort auf die Gebirgszüge treffen und zum Aufsteigen gezwungen werden. Dieser sogenannte Staueffekt führt zu besonders hohen Niederschlagsmengen am Alpenrand. Parallel dazu schwächt sich der Einfluss des Trogs über Norddeutschland ab, wodurch sich dort ein Zwischenhochkeil bilden kann. In der feuchten Grundschicht ist aber trotzdem mit Nebelbildung zu rechnen, besonders in den Küstenregionen, wo die Böden noch gefroren sind und die Verdunstung gehemmt wird.
Morgen dominiert ein Höhenrücken über Westeuropa. Am Boden breitet sich eine Hochdruckzone von Frankreich bis zum Böhmischen Becken aus. Warmluftadvektion wird durch die sich verstärkende NVA (Kaltluftzufuhr in höheren Luftschichten) kompensiert. Die Warmfront löst sich langsam auf, sobald sie Weser und Werra erreicht.
Nur noch vereinzelt kann es zu leichtem Regen oder Sprühregen kommen. Am östlichen Alpenrand lassen die Stauniederschläge erst am Abend nach. In der Nacht zum Mittwoch breiten sich großflächig dichte Nebel- und Hochnebelfelder aus.
Wetter-Wissen kompakt
Trog
Ein Trog in der Meteorologie ist eine langgestreckte Zone tiefen Luftdrucks, die sich oft als Ausbuchtung eines Tiefdruckgebiets darstellt.
In höheren Luftschichten (z. B. in 500 hPa Höhe) sieht man einen Trog als “Delle” oder “Einschnitt” in den Höhenlinien. Ein Trog bringt oft kühlere Luft und eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Niederschläge mit sich, da die Luftmassen durch die Druckunterschiede zum Aufsteigen gezwungen werden.
Warmluftadvektion
Warmluftadvektion bezeichnet den horizontalen Transport von warmer Luft in eine Region.
In der Atmosphäre geschieht dies meist durch den Wind. Wenn wärmere Luft in ein Gebiet strömt, kann dies zu einem Anstieg der Temperaturen und einer Zunahme der Luftfeuchtigkeit führen. In Verbindung mit anderen Faktoren, wie z.B. der Hebung von Luftmassen, kann Warmluftadvektion auch die Bildung von Wolken und Niederschlägen begünstigen.
Staueffekt
Der Staueffekt beschreibt das Phänomen, dass Luftmassen, die auf ein Gebirge treffen, zum Aufsteigen gezwungen werden.
Dadurch kühlen sich die Luftmassen ab, und die in ihnen enthaltene Feuchtigkeit kondensiert, was zu Wolkenbildung und Niederschlägen führt. Die Niederschläge fallen vor allem auf der Luv-Seite (Wind zugewandten Seite) des Gebirges, während die Lee-Seite (Wind abgewandte Seite) oft trockener ist.
📡 Aktuelles Radar-Loop
Die wichtigsten Karten im Überblick
TEMPERATUR HEUTE (14 Uhr): Die Spannweite reicht heute grob von 5°C in Feldberg bis 13°C in Freiburg. Solche Gradienten entstehen oft durch Höhenlage, Inversionslagen und unterschiedliche Bewölkung.
TEMPERATUR MORGEN (14 Uhr): Die Spannweite reicht heute grob von 5°C in Feldberg bis 13°C in Freiburg. Solche Gradienten entstehen oft durch Höhenlage, Inversionslagen und unterschiedliche Bewölkung.
Regionale Vorhersage: Bayern & Baden-Württemberg
Nordbayern & Franken
In Nordbayern und Franken ist heute mit wechselhafter Bewölkung und zeitweiligen Regenschauern zu rechnen. Die Temperaturen erreichen Höchstwerte um die 11 Grad. Der Wind weht schwach bis mäßig aus südwestlichen Richtungen. Im Laufe des Nachmittags können die Schauer etwas häufiger werden, besonders in den nördlichen Teilen Frankens.
In der Nacht zum Mittwoch klingen die Schauer allmählich ab. Allerdings bildet sich in der feuchten Grundschicht gebietsweise Nebel, der die Sichtverhältnisse erheblich beeinträchtigen kann. Die Temperaturen sinken auf Werte um die 3 Grad ab. Es kann örtlich zu Glätte durch überfrierende Nässe kommen.
Südbayern & Alpen
Südbayern und die Alpenregionen sind heute von anhaltenden und teils kräftigen Regenfällen betroffen. Besonders im Alpenvorland und am Alpenrand sind hohe Niederschlagsmengen zu erwarten. In Rosenheim werden bis zu 29 Liter Regen pro Quadratmeter erwartet. Die Schneefallgrenze liegt zunächst bei etwa 1200 bis 1300 Metern, steigt aber im Laufe des Tages etwas an.
In der Nacht zum Mittwoch setzt sich der Dauerregen fort, besonders am östlichen Alpenrand, wo mit weiteren 10 bis 20 Litern pro Quadratmeter zu rechnen ist. Die Schneefallgrenze steigt auf 1700 bis 1800 Meter an. Es besteht die Gefahr von Hochwasser und Überflutungen. Die Temperaturen sinken auf Werte um die 5 Grad ab.
Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg ist heute mit wechselhafter Bewölkung und zeitweiligen Regenfällen zu rechnen. Die Temperaturen erreichen Höchstwerte zwischen 11 Grad im Norden und 13 Grad im Süden. Im Schwarzwald sind stürmische Böen möglich, insbesondere auf dem Feldberg, wo Spitzenböen bis zu 89 km/h erreicht werden können. Der Temperaturkontrast ist erheblich: 13 Grad in Freiburg, aber nur 5 Grad auf dem Feldberg.
In der Nacht zum Mittwoch lassen die Regenfälle allmählich nach. Es bleibt aber weiterhin stark bewölkt. Die Temperaturen sinken auf Werte um die 4 Grad ab. In höheren Lagen des Schwarzwaldes kann es zu Frost und Glätte kommen. Die Nebelbildung ist weniger ausgeprägt als in Nordbayern, aber örtlich trotzdem möglich.
Mittelfristige Aussichten
MOS 5‑Tage Prognosen
Der 5-Tage-Trend im Detail
Wohin geht die Reise?
Der 5-Tage-Trend zeigt für Passau einen deutlichen Rückgang der Niederschläge von durchschnittlich 4.0mm in den ersten beiden Tagen auf 0.0mm in den folgenden drei Tagen. Gleichzeitig steigen die Temperaturen von durchschnittlich 11.0°C auf 14.3°C. In Konstanz bleiben die Niederschläge nahezu konstant bei etwa 0.2mm bis 0.4mm, während die Temperaturen ebenfalls leicht ansteigen, von 12.4°C auf 13.6°C. Der Wind lässt in beiden Regionen nach.
Schnee ist in beiden Regionen nicht zu erwarten.
Die MOS-Spaghetti-Diagramme zeigen für die meisten Städte einen steigenden Temperaturtrend, insbesondere in München, Nürnberg, Hof, Stuttgart, Mannheim und Karlsruhe. In Passau, Kempten, Freiburg und Konstanz bleiben die Temperaturen weitgehend stabil. Bei den Windböen ist ebenfalls ein steigender Trend erkennbar, besonders in München, Nürnberg, Hof, Stuttgart, Mannheim und Karlsruhe. Kempten zeigt einen leicht fallenden Trend bei den Windböen, während Passau und Freiburg stabil bleiben.
Süddeutschland erwartet eine unruhige Wetterlage mit regional unterschiedlichen Schwerpunkten. Während in Nordbayern und Baden-Württemberg die Niederschläge im Laufe der Nacht nachlassen, bleibt es in Südbayern und am Alpenrand weiterhin nass. Besonders die hohen Niederschlagsmengen in den Alpenregionen bergen die Gefahr von Hochwasser und Überflutungen. Die Temperaturen steigen im Laufe der Woche an, was die Schneefallgrenze weiter nach oben verschiebt.
In den Nächten muss weiterhin mit Nebel und örtlicher Glätte gerechnet werden. Die Wetterlage stabilisiert sich erst im Laufe der Woche, wenn ein Hochdruckgebiet die Region erreicht und für freundlicheres Wetter sorgt.
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