Großwetterlage für Deutschland
Druckverteilung über Europa als Hintergrundinformation zur Großwetterlage in Deutschland.
Die Wetterküche brodelt über Europa! Verantwortlich dafür ist ein Zusammenspiel zweier Hauptakteure: Ein ausgedehntes Tiefdrucksystem, dessen Zentrum sich über dem Nordmeer befindet, und ein blockierendes Hochdruckgebiet, das sich über dem Baltikum und Westrussland festgesetzt hat. Diese Konstellation führt dazu, dass der Langwellentrog, der sich vom Nordmeer über Südsandinavien bis nach Mitteleuropa erstreckt, kaum ostwärts wandert, sondern sich eher nach Südosten verstärkt.
Man kann sich das wie einen Stau auf der Autobahn vorstellen: Das Hoch blockiert die Weiterfahrt der Tiefdruckgebiete nach Osten.
Stattdessen wird der Trog nach Süden ausgedehnt. Dieser Trog ist wie eine riesige Delle in der Atmosphäre, in der sich kalte Luft sammelt und durch die Hebung der Luftmassen Niederschläge entstehen. Im weiteren Verlauf der Nacht kommt es über der Adria zu einem sogenannten “Cut-Off”-Prozess: Ein Teil des Troges schnürt sich ab und bildet ein eigenständiges Tiefdruckgebiet über dem Balkan. Dieser Vorgang verstärkt die Zyklogenese, also die Entstehung eines neuen Tiefdruckgebietes, in dieser Region.
Gleichzeitig wird das Trogresiduum über dem östlichen Mitteleuropa immer wieder durch kurzwellige Troganteile aus Westnordwest regeneriert. Diese kleineren “Dellen” in der Atmosphäre überqueren das Vorhersagegebiet und sorgen für weitere Schauer. Über Südschweden etabliert sich in der ersten Nachthälfte ein Höhentief, das dort vorerst verweilt.
Auch am Boden hält die Blockade an.
Ein Tiefdruckkomplex mit Drehzentren über dem Nordmeer und der nördlichen Nordsee erstreckt sich über Mitteleuropa bis nach Italien. Eine Rinne, die vom Nordseetief über die Deutsche Bucht und Nordwestdeutschland bis nach Sachsen reicht, trennt kalte Festlandsluft im Norden und Osten von maritim erwärmter Polarluft im Westen und Süden. Diese Rinne arbeitet sich langsam nach Norden vor. Nördlich und östlich der Rinne kommt es bei leichter bis mäßiger Frostlage zu leichtem Schneefall.
Südlich und westlich der Rinne ist die Luftmasse dagegen indifferent bis leicht labil geschichtet. Die durchziehenden kurzwelligen Troganteile führen zu Schauerstaffeln, die ostwärts ziehen. Tagsüber kann es auch zu kurzen Graupelgewittern kommen. Die Schneefallgrenze schwankt dabei zwischen 300 und 700 Metern, kann aber in kräftigeren Schauern auch kurzzeitig bis in tiefere Lagen sinken.
An den West- und Nordwesthängen der Mittelgebirge stauen sich die Niederschläge, wodurch dort in den entsprechenden Höhenlagen mehr als 5 cm Neuschnee fallen können. Insbesondere im Schwarzwald und im Bayerischen Wald können oberhalb von 800 Metern auch mehr als 10 cm zusammenkommen. Ähnliches gilt für die Allgäuer Alpen, die für größere Schneemengen bei Weststaulagen prädestiniert sind.
Im Übergangsbereich zur Kaltluft, also im Bereich der Tiefdruckrinne, kann stellenweise auch gefrierender Regen nicht ausgeschlossen werden, allerdings sind die Modelle diesbezüglich eher zurückhaltend.
Eher könnte überfrorene Nässe für Glätte sorgen. In den Niederungen West- und Süddeutschlands spielt Glätte dagegen keine Rolle, höchstens mal kleinräumig und kurzzeitig bei kräftigeren Graupelschauern. Dort bleibt es nämlich unterhalb von etwa 400 bis 700 Metern überwiegend frostfrei.
An der Südwestflanke der Rinne bleibt ein recht starker Gradient erhalten, der zumindest in den Kamm- und Gipfellagen von Schwarzwald und Alpen für stürmische Böen bzw.
Sturmböen, auf exponierten Gipfeln für schwere Sturmböen aus West sorgt. In tiefen Lagen weist der Wind nachts dagegen tagesgangbedingt kaum mehr Warnrelevanz auf.
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Langwellentrog
Ein Langwellentrog ist eine großräumige, wellenförmige Struktur in der oberen Troposphäre. Man kann ihn sich als eine Art “Delle” in der Atmosphäre vorstellen, in der sich kalte Luft ansammelt. Diese kalte Luft führt dazu, dass die Luftmassen aufsteigen, was wiederum die Bildung von Wolken und Niederschlägen begünstigt. Langwellentröge beeinflussen das Wetter über weite Gebiete und können über mehrere Tage oder sogar Wochen bestehen bleiben.
Zyklogenese
Zyklogenese bezeichnet die Entstehung oder Verstärkung eines Tiefdruckgebietes.
Dieser Prozess wird durch komplexe atmosphärische Bedingungen ausgelöst, wie beispielsweise Temperaturunterschiede, Feuchtigkeit und die Bewegung der Luftmassen. Ein typisches Beispiel ist der “Cut-Off”-Prozess, bei dem sich ein Teil eines Troges abschnürt und ein eigenständiges Tiefdruckgebiet bildet. Diese Tiefdruckgebiete können dann zu heftigen Wetterereignissen wie Stürmen und Starkregen führen.
Schneefallgrenze
Die Schneefallgrenze ist die Höhe, ab der Niederschlag in Form von Schnee fällt. Sie hängt von der Temperatur der Luft ab: Je kälter die Luft, desto tiefer liegt die Schneefallgrenze.
Die Schneefallgrenze kann sich im Laufe des Tages oder aufgrund von Wetteränderungen verschieben. In den Übergangsbereichen kann es auch zu Mischformen wie Schneeregen oder Graupel kommen.
Die wichtigsten Karten im Überblick
REGEN HEUTE (Nachm.): Niederschlagsschwerpunkt nach Stadtwerten heute um 17.5 mm in Feldberg. In Staulagen kann lokal mehr zusammenkommen, im Lee bleibt es deutlich trockener.
TEMPERATUR HEUTE (14 Uhr): Die Spannweite reicht heute grob von -3°C in Feldberg bis 8°C in Karlsruhe. Solche Gradienten entstehen oft durch Höhenlage, Inversionslagen und unterschiedliche Bewölkung.
WINDBÖEN HEUTE (Nachm.): Diese Karte ergänzt die Lageeinschätzung für den Süden.
SCHNEEHÖHE HEUTE: Schnee ist vor allem höhenabhängig. In der Stichprobe fällt Feldberg mit etwa 6.0 cm auf; im Flachland entscheidet die Temperatur nahe 0°C über Regen vs. nassen Schnee.
Regionale Vorhersage: Bayern & Baden-Württemberg
Nordbayern & Franken
Der Vormittag in Nordbayern und Franken gestaltet sich wechselhaft mit einzelnen Schauern, wobei die Schneefallgrenze zwischen 300 und 500 Metern liegt. Örtlich kann es auch Graupel geben. Die Temperaturen steigen auf maximal 4 bis 5 Grad.
Am Nachmittag und Abend ziehen weitere Schauer durch, die aber allmählich seltener werden. In der Nacht zum Mittwoch muss mit überfrierender Nässe und Glätte gerechnet werden, besonders in höheren Lagen. Die Temperaturen sinken auf 0 bis -3 Grad.
Südbayern & Alpen
In Südbayern und den Alpen dominiert am Vormittag stark bewölktes Wetter mit teils kräftigen Niederschlägen. Die Schneefallgrenze liegt hier etwas höher, zwischen 600 und 800 Metern. In den Allgäuer Alpen ist mit ergiebigem Schneefall zu rechnen, wie die Karte REGEN HEUTE (Nachm.) zeigt. Die Höchsttemperaturen erreichen 1 bis 5 Grad, in Garmisch bleibt es bei etwa 1 Grad.
Auch am Nachmittag und Abend hält der Niederschlag an, wobei sich der Schwerpunkt auf die Alpen verlagert. In der Nacht zum Mittwoch muss oberhalb von 600 Metern mit Neuschnee und Glätte gerechnet werden. In den Alpen sind stürmische Böen möglich. Die Temperaturen sinken auf -2 bis -6 Grad, in höheren Lagen auch darunter.
Baden-Württemberg
Baden-Württemberg erlebt einen wechselhaften Tag mit Schauern, die im Laufe des Vormittags immer wieder durchziehen. Die Schneefallgrenze pendelt zwischen 400 und 700 Metern. Im Schwarzwald sind oberhalb von 800 Metern Neuschneemengen von mehr als 10 cm möglich. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 6 und 8 Grad, wie man der Karte TEMPERATUR HEUTE (14 Uhr) entnehmen kann.
Auch am Nachmittag und Abend gibt es weitere Schauer, die aber allmählich nachlassen. In der Nacht zum Mittwoch muss im Bergland mit Glätte gerechnet werden, besonders in den höheren Lagen des Schwarzwaldes. Die Karte WINDBÖEN HEUTE (Nachm.) zeigt, dass im Schwarzwald mit Sturmböen gerechnet werden muss. Die Temperaturen sinken auf 1 bis -2 Grad, im Bergland auch tiefer. Der thermische Kontrast zwischen Karlsruhe (8 Grad) und dem Feldberg (-3 Grad) ist beachtlich.
Mittelfristige Aussichten
MOS 5‑Tage Prognosen
Der 5-Tage-Trend im Detail
Wohin geht die Reise?
Ein Blick auf die 5-Tage-Trends für Nürnberg und Freiburg zeigt deutliche Unterschiede. Während die Temperaturen in Nürnberg nahezu konstant bei etwa 4 Grad bleiben, ist in Freiburg ein deutlicher Anstieg von durchschnittlich 4 Grad in den ersten beiden Tagen auf 8 Grad in den folgenden Tagen zu verzeichnen. Dies deutet auf eine Milderung im Breisgau hin.
Auch beim Niederschlag gibt es Unterschiede. In Nürnberg bleibt die Niederschlagsmenge nahezu konstant, während sie in Freiburg von durchschnittlich 8.4 mm auf 5.5 mm sinkt.
Der Wind in Nürnberg nimmt ab, während er in Freiburg zunimmt. Die Schneehöhe nimmt in beiden Städten ab, in Freiburg sogar auf null, was den Temperaturanstieg dort bestätigt.
Die MOS-Diagramme zeigen einen Temperaturrückgang für viele Städte in Süddeutschland, darunter München, Nürnberg, Hof und Passau. Lediglich in Freiburg und Konstanz ist ein leichter Temperaturanstieg zu erwarten. Die Niederschlagsmengen bleiben in allen Städten relativ stabil.
Ein Langwellentrog dominiert weiterhin das Wettergeschehen in Süddeutschland und sorgt für wechselhaftes Wetter mit Schauern und sinkenden Temperaturen. Während im Flachland kaum mit Glätte zu rechnen ist, besteht in den höheren Lagen der Mittelgebirge und Alpen die Gefahr von überfrierender Nässe und Neuschnee. Im Schwarzwald und in den Alpen sind stürmische Böen zu erwarten. Die Temperaturen sinken in den kommenden Tagen weiter, bevor es dann wieder etwas milder wird.
Besonders im Norden Bayerns ist mit winterlichen Bedingungen zu rechnen.
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