Großwetterlage
Druckverteilung über Europa als Hintergrundinformation zur Großwetterlage.
Über Europa spannt sich ein komplexes Wettermuster auf, dominiert von einem kräftigen Islandtief, das seine Ausläufer bis weit nach Mitteleuropa schickt. Im Gegensatz dazu hält sich ein hartnäckiges Azorenhoch eher im südlichen Atlantik versteckt. Diese Konstellation lenkt atlantische Tiefdruckgebiete auf direktem Wege nach Deutschland. Ein sogenannter Trog, bildlich gesprochen eine Delle in der Atmosphäre, prall gefüllt mit hochreichender Kaltluft, die wie ein Staubsauger wirkt und die Luftmassen zum Aufsteigen zwingt, hat bereits begonnen, das Wettergeschehen zu beeinflussen.
Besonders markant ist die Warmluftadvektion (WLA), ein Prozess, bei dem wärmere Luftmassen in höhere Breiten transportiert werden. Diese WLA ist verantwortlich für die Niederschläge, die sich von Südwesten her ausbreiten und in den höheren Lagen zunächst als Schnee fallen. Ein weiteres Tiefdruckgebiet über Norditalien und dem Golf von Genua verstärkt die Niederschlagsaktivität zusätzlich.
Die Luftmassengrenze zwischen der kalten Festlandsluft und der milderen Atlantikluft verläuft aktuell quer über Deutschland.
An dieser Grenze kommt es zu einem intensiven Kräftemessen, bei dem sich die mildere Luft zunächst durchsetzt und die Niederschläge verbreitet in Regen oder Schneeregen übergehen lässt. Im Norden und Osten Deutschlands hält sich die Kaltluft jedoch noch hartnäckig und sorgt für winterliche Verhältnisse. Die synoptische Lage wird durch einen Rücken geprägt, dessen Achse sich von der Schweiz über Südwestdeutschland und Belgien bis nach Schottland erstreckt. Dieser Rücken stabilisiert vorübergehend die Atmosphäre, bevor das Tiefdruckgebiet über Westeuropa mit Macht nach Deutschland drängt.
Es entsteht eine sogenannte Okklusion, ein Prozess, bei dem eine Kaltfront eine Warmfront einholt und die Warmluft dazwischen nach oben zwingt. Diese Okklusion führt zu anhaltenden und teils kräftigen Niederschlägen, die sich langsam nordostwärts verlagern.
Die kommende Nacht birgt besondere Gefahren. Die Kombination aus klarem Himmel, geringem Wind und der noch vorhandenen Bodenfeuchtigkeit führt zu einer starken Auskühlung der Erdoberfläche.
Dies begünstigt die Bildung von Reif und Eisglätte, insbesondere auf Brücken, Straßen und Gehwegen. In einigen Regionen, vor allem im Nordosten, sind sogar strengere Fröste bis unter -10°C zu erwarten. Autofahrer und Fußgänger sollten sich daher auf schwierige Straßenverhältnisse einstellen. Die Sichtweite kann durch Nebel und Reifbildung erheblich eingeschränkt sein.
Die meteorologische Situation ist also von großer Dynamik geprägt, wobei der Kampf zwischen winterlichen und frühlingshaften Einflüssen in den kommenden Tagen weitergehen wird.
📡 Live Radar Loop
Wetter-Wissen kompakt
Trog
Ein Trog in der Meteorologie ist eine langgestreckte Zone relativ niedrigen Luftdrucks, die sich von einem Tiefdruckgebiet aus erstreckt. Stellen Sie sich eine Delle oder eine Art Tal in der atmosphärischen Druckverteilung vor. Diese “Delle” ist oft mit einer Zufuhr von kälterer Luft in höheren Luftschichten verbunden, was die Luft zum Aufsteigen zwingt. Dieses Aufsteigen der Luft kann zur Bildung von Wolken und Niederschlägen führen, was Troge oft mit unbeständigem Wetter in Verbindung bringt.
Warmluftadvektion (WLA)
Warmluftadvektion beschreibt den horizontalen Transport von warmer Luft durch den Wind.
Vereinfacht gesagt, schiebt der Wind eine Masse warmer Luft in ein Gebiet, in dem es zuvor kälter war. Dieser Prozess kann zu einem Temperaturanstieg, zur Bildung von Wolken und Niederschlägen führen. Die Stärke der WLA hängt von der Temperaturdifferenz zwischen den Luftmassen und der Windgeschwindigkeit ab.
Okklusion
Eine Okklusion entsteht, wenn eine Kaltfront eine Warmfront einholt und die dazwischen liegende Warmluft nach oben zwingt. Stellen Sie sich vor, eine Kaltfront rast schneller als eine Warmfront.
Irgendwann holt die Kaltfront die Warmfront ein und schiebt die Warmluft, die sich dazwischen befindet, nach oben. Die gehobene Warmluft kühlt ab, kondensiert und führt oft zu langanhaltenden und intensiven Niederschlägen.
Die wichtigsten Karten im Überblick
REGENSUMME HEUTE (24h): Niederschlagsschwerpunkt nach Stadtwerten heute um 0.0 mm in Hamburg.
TEMPERATUR HEUTE (15 Uhr): Die Spannweite reicht heute grob von -2°C in Schwerin bis 2°C in Osnabrück. Typisch ist der Gradient zwischen See und Land.
TEMPERATUR NACHT (04 Uhr): Die Spannweite reicht heute grob von -2°C in Schwerin bis 2°C in Osnabrück. Typisch ist der Gradient zwischen See und Land.
WINDBÖEN HEUTE (Nachm.): Diese Karte ergänzt die Lageeinschätzung für Norddeutschland.
Wie wird das Wetter im Norden?
Niedersachsen & Bremen
In Niedersachsen und Bremen können Sie sich auf einen überwiegend trockenen Tag einstellen. Die Temperaturen erreichen maximal 1°C in Bremen und 2°C in Osnabrück. Es bleibt jedoch eisig kalt, besonders in den Morgenstunden. Achten Sie auf Glättegefahr durch überfrierende Nässe.
Am Abend und in der Nacht sinken die Temperaturen weiter ab. Es ist verbreitet mit leichtem Frost zu rechnen. Die Tiefstwerte liegen zwischen -1°C in Cuxhaven und bis zu -6°C im Harz. Auch hier gilt: Glättegefahr durch Reif und überfrierende Nässe ist nicht auszuschließen. Die Windgeschwindigkeiten bleiben schwach.
Schleswig-Holstein & Hamburg
Schleswig-Holstein und Hamburg erleben einen eisigen Tag. Die Höchsttemperaturen erreichen in Hamburg und Kiel -1°C. Es bleibt trocken, aber die Gefahr von Glätte durch überfrierende Nässe ist allgegenwärtig.
Die Nacht wird frostig kalt. Die Temperaturen fallen auf bis zu -8°C in Lüneburg. Besonders in den östlichen Landesteilen ist mit strengem Frost zu rechnen. Die Gefahr von Glätte durch Reif und überfrierende Nässe bleibt bestehen. Autofahrer sollten besonders vorsichtig sein. Am ehesten frostfrei bleibt es auf Sylt und Helgoland.
Mecklenburg-Vorpommern
In Mecklenburg-Vorpommern herrscht weiterhin Winterwetter. Die Höchsttemperaturen erreichen in Schwerin und Rostock -1°C. Es bleibt trocken, aber die Straßen können durch überfrierende Nässe spiegelglatt sein.
Die Nacht bringt strengen Frost. Die Temperaturen sinken auf bis zu -10°C in einigen Regionen. Die Gefahr von Glätte durch Reif und überfrierende Nässe ist sehr hoch. Autofahrer und Fußgänger sollten äußerste Vorsicht walten lassen. Beachten Sie die Temperaturkarte für die Nacht (temp_nacht) für eine detaillierte Übersicht.
Mittelfristige Aussichten
MOS 5‑Tage Prognosen
Der 5-Tage-Trend im Detail
Wohin geht die Reise?
Die Temperaturtrends zeigen in den kommenden fünf Tagen einen deutlichen Anstieg in ganz Norddeutschland. In Hamburg beispielsweise steigt die durchschnittliche Temperatur von -0.5°C auf 7°C. Ein ähnlicher Trend ist auch in Bremen, Hannover, Rostock, Schwerin, Sylt, Emden und Lübeck zu beobachten. Dieser Temperaturanstieg deutet auf eine Milderung der Wetterlage hin.
Die Niederschlagstrends zeigen hingegen keine signifikanten Veränderungen.
In Hamburg, Bremen, Hannover, Rostock, Schwerin, Sylt, Emden und Lübeck bleiben die durchschnittlichen Niederschlagsmengen weitgehend stabil. Dies deutet darauf hin, dass es trotz der steigenden Temperaturen nicht zu einer deutlichen Zunahme der Niederschläge kommen wird. Allerdings ist regional leichter Regen nicht ausgeschlossen.
Ein Blick auf die detaillierten Daten für Sylt und Göttingen zeigt, dass die Niederschlagsmengen in der zweiten Hälfte des Fünf-Tage-Zeitraums ansteigen. In Sylt steigt der durchschnittliche Wert von 1.0mm auf 3.2mm, während er in Göttingen von 0.1mm auf 7.2mm ansteigt.
Dies deutet darauf hin, dass es in diesen Regionen in den kommenden Tagen zu vermehrten Niederschlägen kommen kann. Der Wind kann an der Küste stark böig auffrischen.
Nach einer eisigen Nacht mit verbreitetem Frost und Glättegefahr deutet sich ein Temperaturanstieg in Norddeutschland an. Atlantische Tiefdruckgebiete bringen mildere Luftmassen in die Region, wodurch die Temperaturen in den kommenden Tagen deutlich steigen werden. Während die Niederschlagsmengen insgesamt stabil bleiben, ist regional leichter Regen nicht ausgeschlossen. Autofahrer und Fußgänger sollten sich dennoch auf veränderte Straßenverhältnisse einstellen, da es durch das Tauwetter zu überfrierender Nässe kommen kann.
Die kommende Wetterentwicklung deutet auf einen Übergang von winterlichen zu frühlingshaften Bedingungen hin.
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