Großwetterlage
Druckverteilung über Europa als Hintergrundinformation zur Großwetterlage.
Betrachten wir die Großwetterlage über Europa: Ein Tiefdruckkomplex über dem Baltikum, angefüllt mit arktischer Kaltluft, dominiert das Geschehen. An seiner Südwestflanke hat sich ein Trog ausgebildet – stellen Sie sich eine Art atmosphärische “Delle” vor, die sich bis zum Mittelmeerraum erstreckt. Diese Delle saugt die Luftmassen an und zwingt sie zum Aufsteigen. Besonders pikant ist die Situation über der Adria, wo ein Tiefdruckgebiet von dieser Sogwirkung profitiert und sich verstärkt.
Das bedeutet für uns in Norddeutschland: Der Winter versucht mit aller Macht, sich zu halten, wird aber von atlantischen Luftmassen bedrängt.
Die Gegensätze sind enorm. Während der Süden Deutschlands mit erheblichen Neuschneemengen zu kämpfen hat, herrscht im Nordosten strenger Frost. Ein schwaches Zwischenhoch, das sich vom südlichen Schweden bis nach Polen erstreckt, sorgt für eine klare Nacht, in der die Temperaturen tief sinken.
Doch im Westen zeichnet sich bereits die Ankunft einer Warmfront ab, die den Kampf gegen die Kälte aufnehmen wird. Diese Warmfront ist eingebettet in einen Randtrog, der sich allmählich ostwärts über Deutschland hinwegbewegt. Im äußersten Nordwesten wird sie zum Abend durch eine Okklusion verstärkt – ein komplexes Gebilde, bei dem sich Kalt- und Warmluft so umeinander wickeln, dass die Warmluft in die Höhe gezwungen wird.
Dieser Kampf zwischen Kalt und Warm wird in der kommenden Nacht besonders im Osten und Nordosten brisant.
Mildernde Luft schiebt sich über die bodennahe Kaltluft, und wenn die Niederschläge einsetzen, kann es zu gefrierendem Regen und somit zu Glatteis kommen. Die atlantische Front drückt mit aller Macht in den Norden, es ist ein spannendes Ringen der Luftmassen.
🌡️ Temperatur-Film (48h)
Wetter-Wissen kompakt
Trog
Ein Trog ist eine Ausbuchtung in der Höhenströmung, die sich in der Regel von einem Tiefdruckgebiet aus erstreckt. Stellen Sie sich eine Delle oder einen Einschnitt in der Isobarenkarte vor. Diese “Delle” ist oft mit Kaltluft gefüllt und wirkt wie ein Staubsauger, der die Luftmassen anzieht und zum Aufsteigen zwingt. Dieses Aufsteigen der Luft führt häufig zur Bildung von Wolken und Niederschlägen.
Trogachsen sind oft Zonen erhöhter Wetteraktivität.
Okklusion
Eine Okklusion entsteht, wenn eine Kaltfront eine Warmfront einholt. Da Kaltluft dichter und schwerer ist als Warmluft, schiebt sie sich unter die Warmluft und hebt diese an. Dadurch entsteht eine komplexe Struktur, in der die Warmluft in der Höhe liegt und die Kaltluft am Boden. Die Folge sind oft intensive Niederschläge, da die angehobene Warmluft abkühlt und ihre Feuchtigkeit verliert.
Es gibt verschiedene Arten von Okklusionen, je nachdem, welche Luftmasse kälter ist.
Warmluftadvektion (WLA)
Warmluftadvektion beschreibt den horizontalen Transport von warmer Luft durch den Wind. Stellen Sie sich vor, eine warme Luftmasse wird von einem Gebiet mit höheren Temperaturen in ein Gebiet mit niedrigeren Temperaturen verfrachtet. Diese Warmluftzufuhr kann zu einem Temperaturanstieg führen und die Stabilität der Atmosphäre beeinflussen. Oftmals geht Warmluftadvektion mit der Bildung von Wolken und Niederschlägen einher, da die warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann.
Die wichtigsten Karten im Überblick
TEMPERATUR HEUTE (15 Uhr): Die Spannweite reicht heute grob von -2°C in Stralsund bis 5°C in Emden. Typisch ist der Gradient zwischen See und Land.
REGENSUMME HEUTE (24h): Niederschlagsschwerpunkt nach Stadtwerten heute um 2.3 mm in Osnabrück.
Wie wird das Wetter im Norden?
Niedersachsen & Bremen
In Niedersachsen und Bremen gestaltet sich der Freitag wechselhaft. Am Vormittag ziehen Wolkenfelder durch, vereinzelt kann es zu leichtem Regen kommen. Die Temperaturen steigen langsam an, erreichen aber kaum mehr als 3 bis 5 Grad. Der Wind weht schwach bis mäßig aus südwestlichen Richtungen. Im Harz ist weiterhin mit winterlichen Verhältnissen zu rechnen, hier kann es oberhalb von 600 Metern zu Schneefall kommen.
Am Nachmittag und Abend intensiviert sich der Regen, besonders in der Wesermarsch und im Emsland. Die Temperaturen steigen weiter leicht an. In der Nacht zum Samstag breitet sich der Regen über das gesamte Gebiet aus. Vorsicht: Durch die noch kalten Böden kann es örtlich zu Glätte kommen, besonders in den östlichen Landkreisen. Die Tiefstwerte liegen knapp über dem Gefrierpunkt. Sie sollten sich auf ungemütliches und nasses Wetter einstellen.
Schleswig-Holstein & Hamburg
Schleswig-Holstein und Hamburg erleben einen zweigeteilten Tag. Am Vormittag scheint noch die Sonne, bevor im Laufe des Tages die Bewölkung dichter wird. Die Temperaturen liegen um den Gefrierpunkt, in Hamburg werden maximal 2 Grad erreicht. Der Wind weht schwach aus östlichen Richtungen.
Am Nachmittag zieht von Westen her Regen auf, der sich bis zum Abend über das gesamte Gebiet ausbreitet. In der Nacht zum Samstag kann es besonders in den östlichen Teilen Schleswig-Holsteins zu gefrierendem Regen und Glatteis kommen. Die Temperaturen sinken leicht unter den Gefrierpunkt. Die Sicht kann durch Nebel und Regen eingeschränkt sein. Beachten Sie die Warnungen vor Glatteisgefahr.
Mecklenburg-Vorpommern
Mecklenburg-Vorpommern startet mit einem frostigen Morgen in den Freitag. Die Temperaturen liegen deutlich unter dem Gefrierpunkt, örtlich sind sogar Werte unter -10 Grad möglich. Es bleibt zunächst trocken und sonnig. Der Wind weht schwach aus östlichen Richtungen. Sie sollten sich auf einen sehr kalten Vormittag einstellen. Die tiefsten Temperaturen werden in der Mecklenburgischen Seenplatte erreicht.
Am Nachmittag und Abend zieht von Westen her Bewölkung auf, und in der Nacht zum Samstag setzt Regen ein. Aufgrund der kalten Böden besteht die Gefahr von gefrierendem Regen und Glatteis. Die Tiefstwerte liegen knapp unter dem Gefrierpunkt. Die Straßen können spiegelglatt werden, besonders in den Morgenstunden. Fahren Sie vorsichtig und planen Sie ausreichend Zeit ein. Beachten Sie die regionalen Warnmeldungen bezüglich Glatteisgefahr.
Mittelfristige Aussichten
MOS 5‑Tage Prognosen
Der 5-Tage-Trend im Detail
Wohin geht die Reise?
Die Windgeschwindigkeiten in Bremen zeigen einen leicht steigenden Trend, während sie in Rostock tendenziell abnehmen. Dies deutet auf eine Verlagerung des Windgeschehens hin. Die Temperatur in Hamburg, Bremen, Hannover, Rostock, Schwerin, Sylt, Emden und Lübeck zeigt in den MOS-Diagrammen einen deutlichen Aufwärtstrend. Die Temperaturen steigen in allen genannten Städten im Durchschnitt um etwa 3 bis 4 Grad.
Es deutet sich eine deutliche Milderung an. Der Niederschlag bleibt in allen betrachteten Städten relativ stabil, ohne signifikante Veränderungen über die nächsten fünf Tage.
Der Winter kämpft im Norden noch einmal mit aller Macht, doch die Zeichen der Milderung sind unübersehbar. Während der Süden mit Neuschnee zu kämpfen hat, droht im Nordosten Glatteis durch gefrierenden Regen. Die Temperaturen steigen in den kommenden Tagen deutlich an, begleitet von wechselhafter Bewölkung und Niederschlägen. Die Windverhältnisse bleiben insgesamt moderat, wobei es regional zu leichten Schwankungen kommen kann.
Achten Sie auf Glatteiswarnungen, besonders in Mecklenburg-Vorpommern und im östlichen Schleswig-Holstein. Die atlantische Front wird sich in den nächsten Tagen durchsetzen und das Wettergeschehen im Norden bestimmen.
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