Südwetter

Droht Süddeutschland im Temperatursturz unterzugehen? Das winterliche Finale im Blick

Großwetterlage für Deutschland Lageeinschätzung: Synoptik/Isobaren dienen als Hintergrund für den Südbericht (Bayern/Baden-Württemberg). Druckverteilung über Europa als Hintergrundinformation zur Großwetterlage in Deutschland. Die Großwetterlage über Europa präsentiert sich weiterhin dynamisch. Ein Tiefdruckkomplex über Island, dessen Zentrum sich über dem Nordatlantik befindet, pumpt mit einer westlichen Strömung feuchte und milde Luftmassen in Richtung Kontinent. Gleichzeitig versucht ein …

Großwetterlage für Deutschland

Lageeinschätzung: Synoptik/Isobaren dienen als Hintergrund für den Südbericht (Bayern/Baden-Württemberg).
Europa-Isobarenkarte (Großwetterlage)

Druckverteilung über Europa als Hintergrundinformation zur Großwetterlage in Deutschland.

Die Großwetterlage über Europa präsentiert sich weiterhin dynamisch. Ein Tiefdruckkomplex über Island, dessen Zentrum sich über dem Nordatlantik befindet, pumpt mit einer westlichen Strömung feuchte und milde Luftmassen in Richtung Kontinent. Gleichzeitig versucht ein Hochdruckgebiet über Osteuropa, seine Position zu behaupten, was zu einer markanten Luftmassengrenze quer über Deutschland führt. Diese Gegensätzlichkeit äußert sich in einer sogenannten „Frontenzone“, einem schmalen Bereich, in dem warme und kalte Luft aufeinandertreffen und sich miteinander vermischen – ein idealer Nährboden für Niederschläge.

Konkret bedeutet das für Deutschland: Während der Norden und Osten des Landes noch unter dem Einfluss der kälteren Luft aus Osteuropa stehen, macht sich im Westen und Süden bereits der Einfluss des Atlantiktiefs bemerkbar. Ein sogenannter Trog, bildlich gesprochen eine Delle in der Atmosphäre, prall gefüllt mit hochreichender Kaltluft, schwenkt von Westen her ein und verstärkt die Niedrigdruckaktivität. Diese Kaltluft zwingt die ohnehin feuchten Luftmassen zum Aufsteigen, was wiederum zu verstärkten Niederschlägen führt.

Die Folge ist eine ausgeprägte Zweiteilung des Landes.

Nördlich einer Linie von Nordrhein-Westfalen bis nach Brandenburg dominiert weiterhin winterliches Wetter mit teils strengem Frost. Südlich dieser Linie hingegen setzt sich zunehmend mildere Luft durch, die allerdings mit reichlich Niederschlag verbunden ist. Besonders betroffen ist der Südwesten Deutschlands, wo sich die Frontenzone festsetzt und für anhaltenden Regen sorgt.

Der DWD spricht von einem „letzten Winteraufbäumen“, bevor sich voraussichtlich ab dem Wochenende eine Westwetterlage etabliert, die milde Atlantikluft ins ganze Land bringt und den Winter vorerst vertreibt.

Dieses Wechselspiel der Luftmassen birgt allerdings auch Gefahren, insbesondere durch Glatteisbildung und stürmische Böen in den höheren Lagen. Die kommenden Stunden werden also zeigen, ob sich die Vorhersagen bestätigen und wie stark der Übergang vom Winter zum Vorfrühling tatsächlich ausfallen wird. Es bleibt eine spannende und möglicherweise warnreiche Witterungsperiode, die uns bevorsteht.

📡 Aktuelles Radar-Loop

Wetter-Wissen kompakt

Frontenzone

Eine Frontenzone ist ein schmaler Übergangsbereich zwischen zwei Luftmassen unterschiedlicher Temperatur und Feuchtigkeit. Hier treffen warme und kalte Luft aufeinander, was zu Hebungsprozessen, Wolkenbildung und Niederschlag führen kann. Die Intensität der Niederschläge hängt von der Temperaturdifferenz und der Feuchtigkeit der beteiligten Luftmassen ab.

Trog

Ein Trog ist eine langgestreckte Zone tiefen Luftdrucks in der oberen Troposphäre, die sich durch eine Ausbuchtung der Isobaren (Linien gleichen Luftdrucks) in Richtung niedrigeren Drucks auszeichnet. Er ist oft mit Kaltluft verbunden und kann die Entstehung von Tiefdruckgebieten begünstigen.

Vereinfacht gesagt, ist der Trog eine Art „Delle“ in der Atmosphäre, die kalte Luft ansaugt und zum Aufsteigen zwingt, was zu Wolkenbildung und Niederschlag führt.

Warmluftadvektion (WLA)

Warmluftadvektion beschreibt den Transport von Warmluft in ein Gebiet, in dem es zuvor kälter war. Dieser Prozess führt zu einem Temperaturanstieg und kann die Entstehung von Wolken und Niederschlag begünstigen, da die wärmere Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann. Im Winter kann Warmluftadvektion dazu führen, dass Schnee in Regen übergeht, was wiederum die Gefahr von Glatteis erhöht.

Die wichtigsten Karten im Überblick

Druckverteilung über Europa als Hintergrundinformation zur Großwetterlage in Deutschland.
Druckverteilung über Europa als Hintergrundinformation zur Großwetterlage in Deutschland.
Druckverteilung über Europa als Hintergrundinformation zur Großwetterlage in Deutschland.
Druckverteilung über Europa als Hintergrundinformation zur Großwetterlage in Deutschland.

REGEN HEUTE (Nachm.): Niederschlagsschwerpunkt nach Stadtwerten heute um 21.4 mm in Feldberg. In Staulagen kann lokal mehr zusammenkommen, im Lee bleibt es deutlich trockener.

SCHNEEHÖHE HEUTE: Schnee ist vor allem höhenabhängig. In der Stichprobe fällt Feldberg mit etwa 11.1 cm auf; im Flachland entscheidet die Temperatur nahe 0°C über Regen vs. nassen Schnee.

TEMPERATUR HEUTE (14 Uhr): Die Spannweite reicht heute grob von 1°C in Hof bis 10°C in Karlsruhe. Solche Gradienten entstehen oft durch Höhenlage, Inversionslagen und unterschiedliche Bewölkung.

TEMPERATUR MORGEN (14 Uhr): Die Spannweite reicht heute grob von 1°C in Hof bis 10°C in Karlsruhe. Solche Gradienten entstehen oft durch Höhenlage, Inversionslagen und unterschiedliche Bewölkung.

Regionale Vorhersage: Bayern & Baden-Württemberg

Nordbayern & Franken

In Nordbayern und Franken gestaltet sich der Vormittag zunächst noch freundlich, bevor im Laufe des Tages die Bewölkung dichter wird und erste Niederschläge einsetzen. Die Höchstwerte liegen bei frostigen 1 bis 2 Grad, was bedeutet, dass die Niederschläge zunächst als Schnee oder Schneeregen fallen werden.

Am Nachmittag und Abend breiten sich die Niederschläge weiter aus, wobei sich der Schwerpunkt auf die nördlichen Regionen verlagert. Hier kann es zu teils kräftigen Schneefällen kommen, die die Straßenverhältnisse erheblich beeinträchtigen. In der Nacht zum Freitag muss mit Glätte durch überfrierende Nässe oder Schneematsch gerechnet werden.

Temperaturspanne heute: Nürnberg etwa 1°C, Würzburg etwa 2°C – das zeigt, wie stark lokale Effekte (Lage/Höhe) wirken. Beim Niederschlag liegen die Schwerpunkte regional unterschiedlich: Nürnberg rund 8.1 mm, Würzburg rund 11.3 mm. Wind bleibt meist moderat, kräftiger wird er vor allem in exponierten Lagen.

Südbayern & Alpen

Südbayern und die Alpenregion erleben einen trüben Tag mit anhaltenden Niederschlägen. Die Temperaturen steigen kaum über 3 Grad, sodass es bis in tiefe Lagen schneit. Besonders in den Alpen ist mit ergiebigen Schneefällen zu rechnen, die die Lawinengefahr erhöhen.

Am Nachmittag und Abend intensivieren sich die Niederschläge weiter, wobei der Schwerpunkt auf die östlichen Regionen verlagert. In der Nacht zum Freitag muss auch hier mit Glätte gerechnet werden, insbesondere in den höheren Lagen. Zudem sind in den Alpen stürmische Böen zu erwarten, die zu Schneeverwehungen führen können.

Baden-Württemberg

Baden-Württemberg präsentiert sich heute zweigeteilt. Während im Norden des Landes die Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt liegen und Schneeregen fällt, erreichen die Temperaturen im Breisgau und am Oberrhein bis zu 10 Grad. Hier fällt Regen, der jedoch im Laufe des Tages auch in höhere Lagen in Schnee übergehen kann. Die Karte „REGEN HEUTE (Nachm.)“ verdeutlicht die Verteilung der Niederschläge im Tagesverlauf.

Am Abend und in der Nacht zum Freitag breiten sich die Niederschläge weiter aus und erfassen das gesamte Bundesland. Besonders im Schwarzwald muss mit ergiebigen Schneefällen gerechnet werden, wo auf dem Feldberg Spitzenböen bis 82 km/h erwartet werden. Hier sind auch Sturmböen möglich. Die Karte „SCHNEEHÖHE HEUTE“ gibt einen Überblick über die zu erwartenden Schneemengen. In der Nacht muss zudem mit Glätte gerechnet werden, insbesondere in den höheren Lagen.

Mittelfristige Aussichten

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MOS 5‑Tage Prognosen

Druckverteilung über Europa als Hintergrundinformation zur Großwetterlage in Deutschland.

Niederschlag

Der 5-Tage-Trend im Detail

Wohin geht die Reise?

Ein Blick auf den 5-Tage-Trend für Nürnberg und Freiburg zeigt deutliche Unterschiede in der Temperaturentwicklung. Während in Nürnberg die Temperaturen von durchschnittlich 1,8 Grad in den ersten beiden Tagen auf über 10 Grad in den folgenden Tagen steigen, verläuft der Temperaturanstieg in Freiburg moderater von 8,1 auf 12,1 Grad. Dies deutet auf eine zunehmende Milderung im Norden Bayerns hin, während der Südwesten bereits jetzt mildere Temperaturen verzeichnet.

Auch bei den Niederschlägen gibt es Unterschiede. In Nürnberg steigt die Niederschlagsmenge von durchschnittlich 3,7 mm auf 7,3 mm, während sie in Freiburg nahezu konstant bei etwa 3,3 mm bleibt.

Dies deutet auf eine Zunahme der Niederschläge in Nordbayern hin. Der Wind nimmt in beiden Städten deutlich zu. Die Schneefallwahrscheinlichkeit sinkt in Nürnberg von Tag 1 bis Tag 5 von 2.6cm auf 0cm. Die MOS-Diagramme zeigen für die meisten Städte Süddeutschlands eine stabile Niederschlagsentwicklung.

Fazit:

Süddeutschland steht vor einem ungemütlichen Übergang von winterlichen zu frühlingshaften Bedingungen. Während der Norden und Osten Bayerns weiterhin mit Frost und Schnee zu kämpfen haben, setzt sich im Südwesten und in Baden-Württemberg zunehmend mildere Luft durch, die jedoch mit reichlich Niederschlag verbunden ist. Besonders im Schwarzwald und in den Alpen sind ergiebige Schneefälle zu erwarten, die die Lawinengefahr erhöhen. In der Nacht zum Freitag muss zudem verbreitet mit Glätte gerechnet werden.

Ab dem Wochenende deutet sich eine Westwetterlage an, die milde Atlantikluft ins ganze Land bringt und den Winter vorerst vertreibt.

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