Nordwetter

Kaltluft-Domäne im Norden – Kommt die nächste Schneefront am Sonntag?

Großwetterlage Lageeinschätzung: Synoptik/Isobaren dienen als Hintergrund für den Nordbericht. Druckverteilung über Europa als Hintergrundinformation zur Großwetterlage. Die Wetterlage über Europa wird derzeit von einem komplexen Zusammenspiel zwischen einem Höhentrog und einem sich aufbauenden Hochdruckkeil geprägt. Der Trog, eine Art “Delle” in der oberen Atmosphäre, erstreckt sich von Nordeuropa bis nach Mitteleuropa und endet in einem …

Großwetterlage

Lageeinschätzung: Synoptik/Isobaren dienen als Hintergrund für den Nordbericht.
Europa-Isobarenkarte (Großwetterlage)

Druckverteilung über Europa als Hintergrundinformation zur Großwetterlage.

Die Wetterlage über Europa wird derzeit von einem komplexen Zusammenspiel zwischen einem Höhentrog und einem sich aufbauenden Hochdruckkeil geprägt. Der Trog, eine Art “Delle” in der oberen Atmosphäre, erstreckt sich von Nordeuropa bis nach Mitteleuropa und endet in einem Cut-Off-Tief über dem Tyrrhenischen Meer. Stellen Sie sich den Trog wie eine breite Rutsche vor, auf der kalte Luft aus Skandinavien ungebremst nach Süden saust. Das Cut-Off-Tief, quasi der “Auffangbecken” dieser Kaltluft, rotiert träge über dem Mittelmeer und beeinflusst das Wettergeschehen vor allem im Süden Deutschlands.

Gleichzeitig schiebt sich vom Azorenhoch ein Hochdruckkeil über Nordfrankreich und England bis nach Skandinavien. Dieser Keil wirkt wie ein “Deckel”, der die Kaltluft im Norden vorerst stabilisiert. Er sorgt für eine Wetterberuhigung, während der Trog langsam ostwärts abzieht. Die aktuell über der Mitte Deutschlands noch auftretenden Niederschläge ziehen sich unter Abschwächung Richtung Osten zurück.

Im Norden und Nordwesten lockert es hingegen auf, und die Temperaturen sinken in der eingeflossenen skandinavischen Kaltluft in den mäßigen bis strengen Frostbereich ab.

In der Nacht zum Montag bildet sich über Deutschland sogar ein kleines, abgeschlossenes Hochdruckgebiet, das sogenannte “FELIX”. Dieses Hochdruckgebiet verstärkt die Wetterberuhigung im Norden und sorgt für klare, kalte Nächte. Allerdings ist diese Ruhe nur von kurzer Dauer, denn von den Britischen Inseln nähert sich bereits der nächste Randtrog, ein Vorbote eines Tiefdrucksystems namens “WALLY”, das mit mehreren Kernen über dem Seegebiet zwischen Schottland und Island liegt.

Dieses Frontensystem wird am Sonntagabend den äußersten Westen und Südwesten Deutschlands erreichen und Niederschläge bringen. Da die Luftmasse noch kalt ist, fällt der Niederschlag zunächst als Schnee. Im Laufe der Nacht zum Montag breitet sich der Schneefall dann weiter nach Nordosten aus. Der sich verstärkende Druckgradient sorgt zudem für auffrischenden Wind aus Südost, besonders im Westen und Nordwesten des Landes.

Auf den Nordseeinseln sind dabei stärkere Böen möglich.

☔ Regen-Vorschau

Wetter-Wissen kompakt

Höhentrog

Ein Höhentrog ist eine langgestreckte Zone in der oberen Atmosphäre, in der der Luftdruck im Vergleich zur Umgebung niedriger ist. Man kann sich das wie eine “Delle” oder eine “Furche” in der atmosphärischen Landschaft vorstellen. In einem Höhentrog fließt die Luft in einer Drehbewegung, wodurch kalte Luftmassen polwärts und warme Luftmassen äquatorwärts transportiert werden. Diese Verlagerung von Luftmassen hat einen großen Einfluss auf das Wettergeschehen am Boden, da sie die Entstehung von Tiefdruckgebieten und Fronten begünstigt.

Warmluftadvektion (WLA)

Warmluftadvektion (WLA) beschreibt den horizontalen Transport von warmer Luft in ein Gebiet.

Stellen Sie sich vor, warme Luftmassen “schieben” sich über ein bestehendes Luftpaket. In der Meteorologie ist dies ein wichtiger Faktor für die Temperaturänderung und die Stabilität der Atmosphäre. WLA führt oft zu einer Erwärmung der Luft und kann die Bildung von Wolken und Niederschlägen begünstigen, da die wärmere Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann. Wenn WLA eine Kaltfront überläuft, kann dies zu einer sogenannten Okklusion führen.

Cut-Off-Tief

Ein Cut-Off-Tief ist ein Tiefdruckgebiet in der oberen Atmosphäre, das sich von der Hauptströmung abgetrennt hat.

Es “schneidet” sich sozusagen von der dynamischen Wetterentwicklung ab und verweilt oft längere Zeit über einem bestimmten Gebiet. Cut-Off-Tiefs sind oft schwer vorherzusagen, da sie sich unabhängig von den üblichen Wettermodellen entwickeln können. Sie können zu heftigen Niederschlägen, Stürmen und anderen extremen Wetterereignissen führen.

Die wichtigsten Karten im Überblick

Druckverteilung über Europa als Hintergrundinformation zur Großwetterlage.
Druckverteilung über Europa als Hintergrundinformation zur Großwetterlage.
Druckverteilung über Europa als Hintergrundinformation zur Großwetterlage.
Druckverteilung über Europa als Hintergrundinformation zur Großwetterlage.

SCHNEEHÖHE HEUTE: Schnee ist im Norden oft selten. In der Stichprobe fällt Hamburg mit etwa 0.0 cm auf.

TEMPERATUR HEUTE (15 Uhr): Die Spannweite reicht heute grob von -3°C in Flensburg bis 2°C in Osnabrück. Typisch ist der Gradient zwischen See und Land.

TEMPERATUR NACHT (04 Uhr): Die Spannweite reicht heute grob von -3°C in Flensburg bis 2°C in Osnabrück. Typisch ist der Gradient zwischen See und Land.

WINDBÖEN HEUTE (Nachm.): Diese Karte ergänzt die Lageeinschätzung für Norddeutschland.

Wie wird das Wetter im Norden?

Niedersachsen & Bremen

In Niedersachsen und Bremen erwartet Sie ein überwiegend trockener Samstag. Nach einem teils sonnigen Start ziehen im Tagesverlauf Wolkenfelder auf, die jedoch nur selten für etwas Niederschlag sorgen. Die Temperaturen erreichen Höchstwerte um 0 Grad in Bremen und bis zu 2 Grad in Osnabrück. Im Binnenland kann es bei schwachem Wind aus östlichen Richtungen zu leichten Reifglätte kommen.

In der Nacht zum Montag sinken die Temperaturen dann deutlich ab. Verbreitet ist mit mäßigem Frost zwischen -5 und -8 Grad zu rechnen, in einigen Regionen der Lüneburger Heide sogar mit strengem Frost bis -12 Grad. Achten Sie auf Glätte durch überfrierende Nässe oder Reif. Der Wind bleibt schwach, sodass sich regional Nebel bilden kann, der die Sichtverhältnisse erheblich einschränkt.

Schleswig-Holstein & Hamburg

Schleswig-Holstein und Hamburg erleben einen freundlichen Samstag mit viel Sonnenschein. Die Temperaturen steigen jedoch kaum über den Gefrierpunkt hinaus. In Hamburg werden maximal -1 Grad, in Kiel -2 Grad und in Flensburg -3 Grad erreicht. An der Küste weht ein schwacher Wind aus östlichen Richtungen, der die gefühlte Temperatur noch weiter senkt.

Die Nacht zum Montag wird eisig kalt. Die Temperaturen fallen auf -8 bis -12 Grad, in einigen Senken sogar noch tiefer. Besonders im Bereich der Lüneburger Heide und in Holstein ist mit strengem Frost zu rechnen. Durch die klare Luft und den schwachen Wind besteht die Gefahr von Glatteisbildung. Auch dichter Nebel kann sich bilden und die Sichtweite stark reduzieren.

Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern präsentiert sich am Samstag ebenfalls von seiner sonnigen Seite. Allerdings bleibt es auch hier eisig kalt. Die Temperaturen erreichen Höchstwerte zwischen -1 Grad in Rostock und -2 Grad in Schwerin. Der Wind weht schwach aus östlichen Richtungen.

In der Nacht zum Montag wird es empfindlich kalt. Die Temperaturen sinken auf -8 bis -12 Grad, örtlich sogar darunter. Besonders in den Binnenseen-Gebieten ist mit strengem Frost zu rechnen. Achten Sie auf Glätte durch überfrierende Nässe oder Reif. Durch die geringe Bewölkung und den schwachen Wind kann sich regional Nebel bilden, der die Sichtverhältnisse beeinträchtigt.

Mittelfristige Aussichten

Druckverteilung über Europa als Hintergrundinformation zur Großwetterlage.

MOS 5‑Tage Prognosen

Der 5-Tage-Trend im Detail

Wohin geht die Reise?

Die Trenddaten für Sylt zeigen, dass die Niederschlagsmengen in den kommenden fünf Tagen relativ konstant bleiben, mit einem leichten Anstieg von durchschnittlich 1.6 mm in der ersten Hälfte auf 2.0 mm in der zweiten Hälfte des Zeitraums. Dies deutet auf weiterhin leicht wechselhaftes Wetter hin, ohne dass größere Niederschlagsereignisse zu erwarten sind.

In Göttingen hingegen ist ein deutlicher Rückgang der Niederschläge erkennbar. Während in der ersten Hälfte des Fünf-Tage-Zeitraums durchschnittlich 2.8 mm Niederschlag fallen, sinkt dieser Wert in der zweiten Hälfte auf 1.0 mm.

Dies lässt auf eine allmähliche Wetterberuhigung und trockenere Bedingungen schließen.

Betrachtet man die MOS-Spaghetti-Diagramme, so deutet sich für die kommende Woche eine leichte Milderung der Temperaturen an. Allerdings bleibt es weiterhin winterlich kalt mit Frostgefahr in den Nächten. Es gibt keine Hinweise auf extreme Wetterereignisse wie starke Stürme oder ergiebige Schneefälle.

Fazit:

Norddeutschland bleibt weiterhin fest in der Hand arktischer Kaltluft. In der Nacht zum Montag ist mit strengem Frost und Glättegefahr zu rechnen. Tagsüber scheint zwar oft die Sonne, die Temperaturen steigen aber kaum über den Gefrierpunkt. Am Sonntagabend nähert sich von Westen eine neue Schneefront, die in der Nacht zum Montag auch den Norden erreichen könnte.

Die genaue Entwicklung ist aber noch unsicher. Eine deutliche Wetteränderung ist vorerst nicht in Sicht.

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