Südwetter

Dauerregen und Sturmböen – Droht Süddeutschland ein Wochenende im Dauertief?

Großwetterlage für Deutschland

Lageeinschätzung: Synoptik/Isobaren dienen als Hintergrund für den Südbericht (Bayern/Baden-Württemberg).
Europa-Isobarenkarte (Großwetterlage)

Druckverteilung über Europa als Hintergrundinformation zur Großwetterlage in Deutschland.

Die atlantische Zonalströmung hat das Zepter übernommen, und das bedeutet für uns in Deutschland: Tiefdruckeinfluss pur. Verantwortlich dafür ist ein Zusammenspiel aus einem kräftigen Hochdruckgebiet über Südwesteuropa und einer ganzen Armada von Tiefdruckgebieten, die sich über den Nordatlantik tummeln. Eines dieser Tiefs, getauft auf den Namen ALINA, liegt aktuell südlich von Island und kämpft ums Überleben. Allerdings wird ALINA von einem weiteren, noch stärkeren Tiefdruckgebiet namens BARBARA bedrängt, das von den Grand Banks herannaht und mit seiner Warmluftadvektion ALINA das Leben schwer macht.

Im Klartext bedeutet das: ALINA wird sich abschwächen und als unscheinbares Tief am Südrand der Norwegischen See enden. Doch zuvor schickt sie noch einige kleinere Tiefdruckgebiete voraus, die sich wie an einer Perlenschnur aufgereiht vom Oslofjord bis nach Polen erstrecken. Am Südrand dieser Tiefdruckrinne hat sich eine Kaltfront etabliert, die sich langsam aber sicher in Richtung Süddeutschland vorarbeitet. Diese Front bringt schauerartige Regenfälle mit sich, die sich im Weststau der Mittelgebirge noch verstärken werden.

Hinter der Kaltfront strömt subpolare Meeresluft ein, die zwar erwärmt, aber dennoch labil geschichtet ist. Ein sogenannter Kurzwellentrog, eine Art “Delle” in der Atmosphäre, schwenkt ostwärts und verstärkt die Schauerneigung. Im höheren Bergland weht ein kräftiger Südwestwind mit Böenspitzen, die auf dem Feldberg sogar Orkanstärke erreichen können. Die Nacht zum Dienstag bleibt weitgehend frostfrei und mild, lediglich im äußersten Norden kann es etwas abkühlen.

Am Montag wölbt sich über dem Atlantik ein Hochdruckrücken auf, was bei uns ein sogenanntes Downstream-Development auslöst. Das bedeutet, dass sich die Höhenströmung nach West-Nordwest dreht. Die Kaltfront zieht weiter nach Südosten ab, während die Warmfront von Tief BARBARA Westeuropa erreicht. Zwischen der Tiefdruckrinne im Norden und dem Hochdruckgebiet im Südwesten besteht ein deutlicher Druckgradient, der sich jedoch im Vergleich zum Sonntag nicht wesentlich verstärkt.

Der Wind nimmt trotzdem zu, was an der erhöhten Labilität der einströmenden Luftmasse liegt.

Wetter-Wissen kompakt

Kaltfront

Eine Kaltfront markiert die Grenze zwischen einer kälteren und einer wärmeren Luftmasse, wobei die Kaltluft die Warmluft unterläuft. Dies führt zu Hebungsprozessen, die Schauer und Gewitter auslösen können. Typisch für den Durchgang einer Kaltfront sind ein rascher Temperatursturz, eine Drehung des Windes und eine deutliche Sichtverbesserung.

Warmluftadvektion

Warmluftadvektion beschreibt den horizontalen Transport von warmer Luft durch den Wind.

Wenn wärmere Luft in eine kühlere Region strömt, steigt die Temperatur und die Luft wird feuchter, was zur Bildung von Wolken und Niederschlägen führen kann.

Trog

Ein Trog ist ein langgestrecktes Gebiet mit niedrigerem Luftdruck, das sich wie eine “Delle” in der Atmosphäre darstellt. In Trögen herrscht oft labiles Wetter mit Schauern und Gewittern, da die aufsteigende Luft zur Wolkenbildung und Niederschlagsentstehung beiträgt.

📡 Aktuelles Radar-Loop

Die wichtigsten Karten im Überblick

sued regen heute gen 30
sued temp heute gen 47
sued wind heute gen 22
sued temp nacht gen 12

REGEN HEUTE (Nachm.): Niederschlagsschwerpunkt nach Stadtwerten heute um 16.9 mm in Passau. In Staulagen kann lokal mehr zusammenkommen, im Lee bleibt es deutlich trockener.

TEMPERATUR HEUTE (14 Uhr): Die Spannweite reicht heute grob von 3°C in Feldberg bis 14°C in Offenburg. Solche Gradienten entstehen oft durch Höhenlage, Inversionslagen und unterschiedliche Bewölkung.

WINDBÖEN HEUTE (Nachm.): Diese Karte ergänzt die Lageeinschätzung für den Süden.

TEMPERATUR NACHT (04 Uhr): Die Spannweite reicht heute grob von 3°C in Feldberg bis 14°C in Offenburg. Solche Gradienten entstehen oft durch Höhenlage, Inversionslagen und unterschiedliche Bewölkung.

Regionale Vorhersage: Bayern & Baden-Württemberg

Nordbayern & Franken

Der Sonntag bringt für Nordbayern und Franken zunächst stark bewölktes Wetter mit schauerartigen Regenfällen. Im Laufe des Nachmittags können sich die Niederschläge intensivieren, besonders in den nördlichen Regionen. Die Temperaturen erreichen Höchstwerte um 11 Grad Celsius.

Am Abend und in der Nacht zum Dienstag muss mit teils kräftigen Windböen gerechnet werden. Die Temperaturen sinken kaum unter die Nullgradgrenze, sodass nicht mit Glätte zu rechnen ist. Örtlich kann sich Nebel bilden, der die Sicht beeinträchtigt.

Südbayern & Alpen

In Südbayern und den Alpen dominiert am Sonntag ebenfalls stark bewölktes Wetter mit teils ergiebigen Regenfällen. Besonders im Allgäu und in den bayerischen Alpen ist mit Stauniederschlägen zu rechnen. Die Temperaturen liegen zwischen 9 und 11 Grad Celsius, in den höheren Lagen der Alpen etwas darunter. Passau wird mit etwa 17 l/m² Regen der Hotspot in Bayern sein.

Auch in der Nacht zum Dienstag bleibt es ungemütlich mit anhaltenden Regenfällen und starkem Wind. In den höheren Lagen der Alpen sind Sturmböen möglich. Die Temperaturen sinken in den Alpentälern leicht unter den Gefrierpunkt, wodurch örtlich Glättegefahr besteht.

Baden-Württemberg

Baden-Württemberg erlebt am Sonntag einen Mix aus starker Bewölkung und schauerartigen Regenfällen. Im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb können die Niederschläge ergiebig ausfallen. Die Temperaturen erreichen Höchstwerte zwischen 12 und 14 Grad Celsius, auf dem Feldberg nur um die 3 Grad. Es herrscht ein erheblicher Temperaturkontrast zwischen Offenburg (14 Grad) und dem Feldberg (3 Grad).

Die Nacht zum Dienstag bringt weiterhin unbeständiges Wetter mit Regen und Wind. Auf dem Feldberg sind Sturmböen bis zu 93 km/h zu erwarten. Auch im Flachland muss mit starken Windböen gerechnet werden. Die Temperaturen sinken kaum unter den Gefrierpunkt, sodass keine flächendeckende Glättegefahr besteht.

Mittelfristige Aussichten

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MOS 5‑Tage Prognosen

mos 1 spaghetti 37

Temperatur

mos 3 spaghetti 20

Windböen

Der 5-Tage-Trend im Detail

Wohin geht die Reise?

Die Temperatur zeigt sowohl in Nürnberg als auch in Freiburg einen deutlichen Aufwärtstrend. Während die Durchschnittstemperatur in Nürnberg von 11,2 Grad auf 15,9 Grad steigt, klettert sie in Freiburg von 13,5 Grad auf 17,4 Grad. Der Niederschlag nimmt in Nürnberg deutlich ab, von durchschnittlich 6,4 mm auf 0 mm in den kommenden Tagen. In Freiburg bleibt der Niederschlag bereits auf niedrigem Niveau nahezu konstant bei 0 mm.

Der Wind lässt in beiden Städten nach, wobei Nürnberg von durchschnittlich 47,2 km/h auf 27 km/h abnimmt und Freiburg von 45,5 km/h auf 34,1 km/h.

Schnee ist in beiden Städten nicht zu erwarten. Die MOS-Spaghetti-Diagramme zeigen für die meisten bayerischen und baden-württembergischen Städte einen steigenden Temperaturtrend, wobei Passau und Konstanz eher stabil bleiben. Auch die Windböen nehmen tendenziell ab.

Fazit:

Süddeutschland wird von einer Kaltfront überquert, die schauerartige Regenfälle und starken Wind mit sich bringt. Besonders im Schwarzwald, in den bayerischen Alpen und im Allgäu ist mit ergiebigen Niederschlägen zu rechnen. Die Temperaturen bleiben mild, sodass keine flächendeckende Glättegefahr besteht. Im Laufe der kommenden Woche stabilisiert sich das Wetter und die Temperaturen steigen deutlich an.

Der Wind lässt nach und die Niederschläge gehen zurück.

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Thomas Arnold

Thomas Arnold (Jahrgang 1966) ist ein renommierter Nachrichtenjournalist und verfügt über mehr als 30 Jahre Expertise in der regionalen Berichterstattung sowie der Kommunikation von Sicherheits- und Gefahrenlagen. Nach seiner fundierten Ausbildung in namhaften Verlagshäusern baute er seine Laufbahn als Lokal- und Krisenreporter für diverse Tageszeitungen im In- und Ausland sukzessive aus. Diese tiefgreifende journalistische Praxis schärfte seinen Blick für präzise, faktenbasierte Informationsvermittlung. Heute verantwortet er als profilierter Redakteur das Ressort Lokalnachrichten und Regionalberichterstattung der Meteozentrale. Mit seiner Fähigkeit, komplexe meteorologische Sachverhalte und kritische Warnlagen schnell, klar und handlungsorientiert aufzubereiten, ist er eine maßgebliche journalistische Stimme für Öffentlichkeit und Medienpartner. More »
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