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Dürre: Hoch Hartmut und dessen Folgen für die Natur.

Aktualisierung der Erstmeldung am 2. Juli 2022 7:29 von Angelo D Alterio

In den kommenden Tagen wird sich erneut eine trockene Periode über Hessen einstellen. Dies ist dem kräftigen Hoch Hartmut geschuldet, welches sich über Mitteleuropa festsetzt. Schon in den vergangenen Tagen kam kaum Regen vom Himmel, einige Regionen blieben komplett auf dem Trockenen. Die aktuelle Wettervorhersage lässt nichts Gutes hoffen in Sachen Regen.

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Akkumulierte Niederschläge in den nächsten 10 Tagen

Diese Karte zeigt die zusammengefassten Niederschläge in den kommenden 10 Tagen über Hessen. Wie man deutlich sehen kann, geben die Wettermodelle nicht wirklich viel an Regen her. Wenn überhaupt, dann hier und da mal ein Schauer. Ein flächendeckender Landregen über mehrere Stunden ist weiterhin nicht in Sicht.

Dürre über Hessen breitet sich weiter aus.

Der-Dürre Monitor, welcher quasi den Wasseranteil im Erdreich bis in eine gewisse Tiefe angibt, zeigt in vielen Regionen in Hessen mittlerweile die Stufe Rot “außergewöhnliche Trockenheit.”

Wann spricht man von einer Dürre?

Unter Dürre versteht man einen Mangel an Wasser, welcher verursacht wird durch geringe Niederschläge und / oder durch erhöhte Temperaturen oder durch Wind. Entsprechend ihrer Auswirkungen gibt der Deutsche Wetterdienst (DWD) unterschiedliche Bezeichnungen heraus. Es gibt:

Meteorologische Dürre: Ein bis zwei Monate trockener als üblich.

Landwirtschaftliche Dürre: Zwei und mehr Monate zu trocken. Die Folge sind Ernteeinbußen infolge unzureichender Wasserversorgung der Pflanzen.

Hydrologische Dürre: Ab vier Monaten. Betroffen sind Pegel und Grundwasser. Die Wasserstände fallen unter einen Normalwert. Wasserreserven im Grundwasser, in Seen und Talsperren fallen unter statistische Kennwerte.

Darüber hinaus existieren je nach Anwendungsbereich weitere Definitionen, z. B. sozioökonomische Dürre oder forstwirtschaftliche Dürre.

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Dürre Monitor Hessen für die kommenden 10 Tage.

Wie sieh sehen, gibt es kaum noch eine Stelle in Hessen, welche nicht im roten Bereich liegt. Um dieses Defizit im Wasserhaushalt der Natur auszugleichen, bedarf es mehr, als einen Gewitterschauer. Auf den trockenen Böden fließt Starkregen meist auf der Oberfläche ab und hat kaum eine Chance ins Erdreich einzudringen. Es müsste mehrere Tage am Stück einen schönen gleichmäßigen Landregen geben, welcher leider weiterhin nicht in Sicht ist.

Waldbrandgefahr über Hessen

In den kommenden Tagen können wir mit einer hohen Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die Waldbrandgefahr erneut ansteigt. Die Temperaturen steigen wieder in einen hochsommerlichen Bereich und fördern somit die Trockenheit.

Fazit: Dürre und Trockenheit ist in diesem Sommer wieder ein großes Thema, nicht nur in Hessen. Auch andere Bundesländer in Deutschland haben mit der Dürre zu kämpfen. Die Flusspegel der großen Wasserstraßen werden weiter sinken und somit droht eine Einschränkung in der Schifffahrt. Zunächst fallen bei zurückgehenden Abflüssen auch die Wasserstände. Dadurch wird der Lebensraum für aquatische Organismen eingeschränkt. In Schiffbaren Gewässern gehen die Transportkapazitäten durch zurückgehende Ablademöglichkeiten zurück bis hin zur Einstellung der Schifffahrt. Durch geringere Abflüsse werden Abwasseranteile und Schadstoffe in den Gewässern weniger verdünnt und treten in höheren Konzentrationen auf.

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Angelo D Alterio

Seite 2013 als Medien-Meteorologe an verschiedenen Projekten beteiligt. Mein Spezialgebiet sind Unwetterwarnungen und die Synoptik. Von 2015 bis 2021 war ich unter anderem Gesellschafter bei der Unwetteralarm GmbH.
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