Extreme Hitze im Juli über Deutschland? Hier kann es besonders heiß werden.

Aktualisierung der Erstmeldung am 8. Juli 2022 19:02 von Angelo D Alterio

Der Juni 2022 war in Europa und Deutschland deutlich zu warm, der Juli ist aktuell in teilen von Südeuropa ebenfalls sehr heiß und trocken.

In den nächsten Tagen bleibt es in Deutschland mit einer leichten nordwestlichen Strömung mäßig-warm, örtlich Schauer oder Gewitter.

Während es in Südeuropa die ganze Zeit sehr heiß bleibt und sich dort die Dürre weiter verschärft, könnte sich die Hitze ab Mitte Juli mit einem Tief über dem östlichen Atlantik und einem Hoch über Osteuropa, aus Afrika nochmals deutlich verstärken und dann von Spanien/Portugal über Frankreich auch Benelux und Deutschland/Alpen erreichen und bis zum Baltikum ziehen.

Die Wettermodelle deuten seit Tagen eine markante Hitzewelle ab Mitte Juli an. Und es sind nicht nur die Hauptläufe, sondern fast durchgehend alle ENS, sowohl von ECMWF und auch GFS, sowie auch GEM.

Das erstaunliche dabei ist, dass das aktuelle GFS ENS 06z alleine im Mittel für Südeuropa 20 bis 25°C und für Deutschland 13 bis 18°C in 1,5 km Höhe für einen Zeitraum in 300 Stunden Entfernung rechnet!

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Daran sieht man deutlich, das sich in Europa aus Afrika eine möglicherweise größere Hitzewelle entwickelt, die auch eine Größenordnung der Hitzewelle von 2018/2019 oder 2003 annehmen könnte.

Ebenso brisant ist es, dass neben der einheitlichen Berechnung zu hoher Temperaturen für nach Mitte Juli, einzelne GFS Läufe die Möglichkeit einer neuen Rekord-Hitze rechnen. So gab es erst im Hitze-Sommer 2019 im Juni und Juli in West-Europa inklusive Deutschland reihenweise neue Rekord-Temperaturen, alleine in Deutschland wurden damals am 25.07.2019 an 22 DWD Wetterstationen über 40°C und erstmals seit 1881 in NRW >41°C gemessen. Was bis dahin selbst Meteorologen und Klimaforscher für den Zeitraum für möglich hielten und eine derart starke Hitze durch die Klima-Erwärmung erst für nach 2030 datierten.

Zum Vergleich im Hitzesommer 2003, wurden lediglich an 2 Wetterstationen 40°C erreicht, bzw. 40,2°C, im Juli 2019 flächig über 40°C in Westeuropa und Deutschland, was den 25.07.2019 zu einem historischen Wetterereignis in den Aufzeichnungen datiert.

Das GFS rechnete am Samstag im 18z Lauf eine fast unglaubliche Hitzeblase von Nordafrika über Spanien/Portugal bis Frankreich/Benelux und Deutschland, mit Temperaturen von bis zu 48°C in Frankreich und 44°C in Belgien und ca. 42°C in Holland/Westdeutschland. Der GFS 18z Lauf von Montag Abend hatte eine ähnliche extreme Hitze-Lösung gerechnet.

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Von Spanien/Portugal über Frankreich verbreitet 40 bis 47°C, in Benelux/Westdeutschland extreme Temperaturen bis 44°C, auch sonst in Deutschland 33/40°C, das würde selbst die Jahrhundert-Hitze von 2003 und 2019 nochmals locker übertreffen.

Das sind natürlich einzelne extreme Berechnungen der Modelle, aber wie schon weiter oben beschrieben, sehen fast alle Nebenläufe der Modelle ebenfalls Hitze von 30 bis 40°C, noch ist aber unklar wie weit die mögliche Hitze ab Mitte Juli bis Norden vorankommt und wie lange die Hitze dann zumindest über Mitteleuropa bleibt, ebenso wird es mit der Hitze eine Verstärkung der Trockenheit/Dürre geben. Tiefs könnten von Westeuropa die größere Hitze nach Osteuropa verschieben und so eine schwüle Gewitterluft über Mitteleuropa entstehen lassen, mit heftigen Unwettern.

Wie heiß wird es in Deutschland ?

Das kann man jetzt noch nicht sagen, erst Anfang nächster Woche sieht man in den Modellen und auch an den aktuellen Temperaturen über Südeuropa, wie stark und lange die Hitze in Deutschland/Mitteleuropa wird und bleiben könnte.