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Halo-Erscheinungen, so sieht dieses Wetterphänomen aus.

Halo-Erscheinungen und der faszinierende Eisnebelhalo

Halo-Erscheinungen sind ein faszinierendes Naturschauspiel, das oft am Himmel beobachtet werden kann und durch die Interaktion von Licht mit Eiskristallen in der Atmosphäre entsteht. Diese optischen Phänomene können in verschiedenen Formen auftreten, wie Ringe, Lichtsäulen oder bunte Flecken am Himmel. Sie sind besonders im Winter oder in kalten Regionen sichtbar, wenn die Bedingungen zur Bildung von Eiskristallen in der Luft am günstigsten sind.

Halo-Erscheinungen, so sieht dieses Wetterphänomen aus. 13. Juli 2024
Eine Typische Halo-Erscheinung. Ein Kreis um die Sonne herum

Was sind Halo-Erscheinungen?

Halo-Erscheinungen entstehen, wenn Sonnen- oder Mondlicht auf Eiskristalle in der oberen Troposphäre trifft. Diese Eiskristalle haben oft eine sechseckige Form, was zu einer Vielzahl von Lichtbrechungs- und Reflexionseffekten führt. Das Licht wird gebrochen und manchmal auch reflektiert, was charakteristische leuchtende Kreise oder Bögen um die Lichtquelle erzeugt.

Es gibt verschiedene Arten von Halo-Erscheinungen, zu den bekanntesten zählen:

  • 22° Halo: Ein Kreis mit einem Radius von ungefähr 22 Grad um Sonne oder Mond.
  • 46° Halo: Ein weniger heller Kreis mit einem Radius von ungefähr 46 Grad um die Lichtquelle.
  • Lichtsäulen: Vertikale leuchtende Säulen, die direkt über oder unter der Sonne oder dem Mond zu sehen sind.
  • Nebensonnen: Helle Flecken, die auf beiden Seiten der Sonne erscheinen, oft in Verbindung mit einem 22° Halo.
  • Zirkumzenitalbogen: Ein farbenfroher, umgekehrter Bogen, der über der Sonne oder dem Mond liegt.

Der Eisnebelhalo – Ein besonderes Phänomen

Ein Eisnebelhalo, oder auch Diamantstaubhalo genannt, ist eine spezielle Art von Halo-Erscheinung, die durch winzige Eiskristalle in der unteren Atmosphäre entsteht. Diese Erscheinung ist besonders häufig bei Temperaturen unter -20°C und in Gegenden mit klarem, trockenem Wetter zu beobachten.

Halo-Erscheinungen, so sieht dieses Wetterphänomen aus. 13. Juli 2024
Eisnebelhalo im Winter

Entstehung des Eisnebelhalos

Eisnebelhalos entstehen durch Lichtbrechung in zahlreichen winzigen, schwebenden Eiskristallen. Diese kleinen Kristalle, die oft als “Diamantstaub” bezeichnet werden, können sich bei extrem kalten Bedingungen in bodennahen Schichten der Atmosphäre bilden, wenn sogar die Feuchtigkeit in der Luft gefriert. Im Gegensatz zu anderen Halo-Erscheinungen, die in großer Höhe entstehen, findet die Bildung des Eisnebelhalos oft in Augenhöhe statt.

Erscheinungsbild des Eisnebelhalos

Der Eisnebelhalo ist häufig durch eine Vielzahl von Lichteffekten gekennzeichnet. Dazu gehören kleine, glitzernde Lichtpunkte im Dunst, was eine magische Atmosphäre erzeugt, die an funkelnde Diamanten erinnert – daher der Name “Diamantstaub”. Da die Eiskristalle sehr klein sind, können auch Halo-Effekte wie ein 22° Halo entstehen, der allerdings durch die Vielzahl der Kristalle besonders intensiv und lebhaft erscheint.

Halo-Erscheinungen, so sieht dieses Wetterphänomen aus. 13. Juli 2024
Es gibt verschiedene Variationen der Halo Erscheinungen
Halo-Erscheinungen, so sieht dieses Wetterphänomen aus. 13. Juli 2024
Halo Erscheinungen birgen ein imposantes Farbenspiel

Beobachtungstipps

Wer das Phänomen des Eisnebelhalos beobachten möchte, sollte einen klaren Wintertag (oder eine kalte Nacht) wählen und sich in eine Region mit trockener, kalter Luft begeben. Da Eiskristalle Licht reflektieren, ist es vorteilhaft, sich mit dem Rücken zur Sonne zu positionieren und den Himmel im Bereich von 22 Grad um die Lichtquelle zu beobachten.

Fazit

Halo-Erscheinungen sind eine eindrucksvolle Demonstration der natürlichen Schönheit und Komplexität unserer Atmosphäre. Der Eisnebelhalo zeichnet sich durch seine Nähe zum Beobachter und seine intensiven Lichteffekte aus. Nächstes Mal, wenn Sie bei kaltem Wetter draußen sind, werfen Sie bitte einen Blick auf den Himmel – vielleicht haben Sie das Glück, dieses einzigartige Naturschauspiel zu erleben.

Peter Richter

Mein Name ist Peter M. Richter und seit mehr als zwei Jahrzehnten bin ich in der Welt der Lokalnachrichten zu Hause. Als freier Journalist begann mein beruflicher Weg im Jahr 1999, und seither habe ich mich mit Leib und Seele den Themen Wettervorhersage, Synoptik sowie der Beurteilung von Gefahrenlagen durch Sturm und Unwetter gewidmet. Seit 2021 engagiere ich mich ehrenamtlich für die Meteoleitstelle Hessen. Hier setze ich mein Wissen und meine Erfahrung ein, um die Öffentlichkeit präzise und rechtzeitig über Wetterumschwünge und deren potenzielle Gefahren zu informieren.Mit meiner Arbeit möchte ich nicht nur informieren, sondern auch das Bewusstsein für den… More »
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