Großwetterlage
Druckverteilung über Europa als Hintergrundinformation zur Großwetterlage.
Die Großwetterlage über Europa wird von einem Tiefdruckkomplex dominiert, dessen Zentrum sich über dem Nordatlantik befindet. Dieses Tiefdrucksystem, das sich wie ein gigantischer Wirbelwind über den Ozean dreht, schickt einen sogenannten Trog in Richtung Mitteleuropa. Ein Trog, das ist bildlich gesprochen eine Delle in der Atmosphäre, gefüllt mit kalter Luft. Diese Kaltluft wirkt wie ein Staubsauger und zieht die feuchten Luftmassen vom Atlantik an.
Die Dynamik entsteht durch den Zusammenspiel von Islandtief und Azorenhoch, die beständig um ihre Positionen ringen. Der Jetstream, ein Starkwindband in großer Höhe, lenkt die Tiefdruckgebiete auf ihrer Zugbahn. Aktuell verläuft dieser Jetstream von Nordamerika über den Atlantik nach Europa und sorgt dafür, dass die Tiefdruckgebiete Kurs auf Deutschland nehmen.
Über Deutschland liegt aktuell noch ein flacher Rücken vor.
Dieser Rücken schiebt sich aber langsam nach Osten weg und macht den Weg frei für den Trog. Dieser Trog bringt nicht nur kalte Luft, sondern auch ein Frontensystem mit sich, das sich im Laufe der Nacht zu einer Okklusion entwickelt. Eine Okklusion entsteht, wenn die Kaltfront einer Warmfront einholt und die Warmluft zwischen den beiden Fronten eingeklemmt wird. Dies führt zu komplexen Niederschlagsmustern.
Die feuchte Luft wird dabei in die Höhe gezwungen, kühlt ab und kondensiert zu Wolken und Niederschlag.
Im Vorfeld des Troges, insbesondere über West- und Südwestdeutschland, setzt bereits Schneefall ein. Die Niederschläge können sich bis zum Morgen auch in Richtung Elbe und Schleswig-Holstein ausbreiten. Ob es im Nordwesten für Blitz und Donner reicht, ist aufgrund der Temperaturen fraglich.
Die Europa-Isobarenkarte (synoptik) zeigt deutlich das Tiefdruckgebiet über dem Nordatlantik und den zugehörigen Trog, der sich über Mitteleuropa ausdehnt. Die Isobaren, Linien gleichen Luftdrucks, liegen eng beieinander, was auf starke Druckgradienten und somit auf windiges Wetter hindeutet.
☔ Regen-Vorschau
Wetter-Wissen kompakt
Trog
Ein Trog ist eine langgestreckte Zone relativ niedrigen Luftdrucks in der Atmosphäre, oft verbunden mit einer Kaltluftzufuhr. Stellen Sie sich eine Delle in der Höhenströmung vor, in der sich kalte Luft ansammelt. Diese kalte Luft ist dichter als die Umgebungsluft und bewirkt ein Absinken des Luftdrucks. Ein Trog begünstigt die Bildung von Wolken und Niederschlag, da die kalte Luft die feuchte Luft zum Aufsteigen zwingt.
Okklusion
Eine Okklusion entsteht, wenn eine Kaltfront eine Warmfront einholt und die Warmluft zwischen den beiden Fronten nach oben gedrängt wird.
Dieser Prozess führt zu einer komplexen Wolkenstruktur und oft zu anhaltenden Niederschlägen. Die Temperaturunterschiede zwischen den Luftmassen können zu starken Windböen führen. Die Okklusion ist das “Endstadium” einer klassischen Zyklone.
Warmluftadvektion
Warmluftadvektion beschreibt den horizontalen Transport warmer Luft durch den Wind. Wenn warme Luft in ein kälteres Gebiet strömt, kann dies zu einer Erwärmung der Atmosphäre und zur Bildung von Wolken führen.
Die Warmluftadvektion ist ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von Tiefdruckgebieten und Frontensystemen.
Die wichtigsten Karten im Überblick
WINDBÖEN HEUTE (Nachm.): Diese Karte ergänzt die Lageeinschätzung für Norddeutschland.
TEMPERATUR HEUTE (15 Uhr): Die Spannweite reicht heute grob von -4°C in Stralsund bis 5°C in Osnabrück. Typisch ist der Gradient zwischen See und Land.
TEMPERATUR NACHT (04 Uhr): Die Spannweite reicht heute grob von -4°C in Stralsund bis 5°C in Osnabrück. Typisch ist der Gradient zwischen See und Land.
REGENSUMME HEUTE (24h): Niederschlagsschwerpunkt nach Stadtwerten heute um 8.2 mm in Osnabrück.
Wie wird das Wetter im Norden?
Niedersachsen & Bremen
In Niedersachsen und Bremen können Sie sich auf einen wechselhaften Tag einstellen. Am Vormittag ziehen dichte Wolken auf, die im Laufe des Tages immer wieder für Niederschläge sorgen. Diese fallen meist als Schnee, können aber in tieferen Lagen auch in Schneeregen oder Regen übergehen. Die Höchsttemperaturen erreichen Werte um 1 Grad in Bremen und bis zu 5 Grad in Osnabrück.
Am Abend und in der Nacht zum Dienstag verstärken sich die Niederschläge erneut. Besonders im Harz ist mit ergiebigem Schneefall zu rechnen. Achten Sie auf die Karte “TEMPERATUR NACHT (04 Uhr)”, die regionalen Frost zeigt. Die Temperaturen sinken auf bis zu -3 Grad, wodurch es zu Glättebildung kommen kann. Auf den Straßen ist Vorsicht geboten.
Schleswig-Holstein & Hamburg
In Schleswig-Holstein und Hamburg erwartet Sie ein frostiger Tag. Die Temperaturen erreichen kaum den Gefrierpunkt und liegen meist um -3 Grad. Es ist mit Schneefall zu rechnen, der aber nicht flächendeckend auftritt. Die Karte “REGENSUMME HEUTE (24h)” zeigt, dass die Niederschlagsmengen gering bleiben.
In der Nacht zum Dienstag sinken die Temperaturen weiter ab. Vor allem im Binnenland muss mit strengem Frost gerechnet werden. Die Karte “TEMPERATUR NACHT (04 Uhr)” deutet auf Werte unter -5 Grad hin. Durch überfrierende Nässe besteht erhöhte Glättegefahr. An der Küste kann es durch den auflandigen Wind zu steifen Böen kommen. Die Windböenkarte (wind_heute) zeigt die zu erwartenden Windstärken.
Mecklenburg-Vorpommern
Auch in Mecklenburg-Vorpommern bleibt es winterlich. Die Höchstwerte liegen bei -3 Grad. Es fällt zeitweise leichter Schnee, wobei die Niederschlagsmengen gering sind. Achten Sie auf die Karte “REGENSUMME HEUTE (24h)” für eine detaillierte Übersicht. Die Temperaturen liegen deutlich unter dem Gefrierpunkt, was zu Glättebildung führen kann.
Die kommende Nacht wird eisig kalt. In den klaren Abschnitten kann sich strenger Frost ausbilden. Die Tiefstwerte sinken auf bis zu -8 Grad. Örtlich ist mit Glatteis zu rechnen. In Küstennähe kann der Wind leicht auffrischen und für zusätzliche gefühlte Kälte sorgen.
Mittelfristige Aussichten
MOS 5‑Tage Prognosen
Der 5-Tage-Trend im Detail
Wohin geht die Reise?
Die Trenddaten für Emden zeigen, dass die Niederschläge in der ersten Hälfte des Fünf-Tage-Zeitraums mit durchschnittlich 3.2mm höher sind als in der zweiten Hälfte, in der kein Niederschlag erwartet wird. Dies deutet auf eine allmähliche Beruhigung der Wetterlage hin. In Neubrandenburg hingegen bleiben die Niederschlagsmengen über den gesamten Zeitraum mit durchschnittlich 0.8mm gering und stabil.
Die MOS-Spaghetti-Diagramme für verschiedene Städte wie Hamburg, Bremen und Hannover zeigen eine ähnliche Tendenz bei den Niederschlägen: Die durchschnittlichen Niederschlagsmengen sinken von etwa 0.1mm auf 0.0mm und stabilisieren sich dort. Dies deutet darauf hin, dass die Niederschlagsaktivität in den kommenden Tagen im gesamten norddeutschen Raum abnehmen wird.
Die Temperaturen sind in allen Regionen weiterhin im frostigen Bereich, doch es gibt keine Anzeichen für eine weitere signifikante Abkühlung.
Vielmehr deuten die Daten auf eine leichte Erwärmung in den kommenden Tagen hin, insbesondere in den westlichen Teilen Norddeutschlands.
Ein Tiefdruckgebiet bringt Norddeutschland Schnee und eisige Temperaturen. Besonders in der kommenden Nacht ist mit Glättebildung zu rechnen, da die Temperaturen deutlich unter den Gefrierpunkt sinken. Während die Niederschläge im Laufe der Woche abnehmen, bleibt es weiterhin kalt. Die Wetterlage stabilisiert sich langsam, aber die winterlichen Bedingungen bleiben vorerst bestehen.
Achten Sie auf die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes und passen Sie Ihre Fahrweise den Straßenverhältnissen an.
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