Schlagzeilen

Erdbeben am Samstag im Süden von Baden Württemberg

Das deutschlandweit stärkste Erdbeben seit acht Jahren hat am Samstagnachmittag weite Teile Baden-Württembergs erschüttert. Das Epizentrum lag nach manuellen Auswertungen des Schweizerischen Erdbebendienstes (SED) in Hechingen im Zollernalbkreis. Demnach erreichte das Erdbeben Magnitude 4.2. Bereits vor zwei Tagen kam es dort zu einem spürbaren Erdbeben mit Magnitude 2.8, dessen Epizentrum allerdings östlicher lag.

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Epizentrum Erdbeben am Samstag dem 09.07.2022

Die Erschütterungen waren landesweit in Baden-Württemberg zu spüren und umfassten neben dem Zollernalbkreis, der Region um Stuttgart und weite Teile des Schwarzwalds auch den Oberrheingraben, den Bodensee sowie angrenzende Regionen von Bayern, Rheinland-Pfalz, der Schweiz und Frankreichs (siehe ShakeMap oben). Rund ums Epizentrum sind einzelne Gebäudeschäden möglich.

In den vergangenen drei Jahren hat eine ganze Reihe spürbarer Erdbeben den Zollernalbkreis getroffen. Schwerpunkt der Aktivität war die Grenzregion von Albstadt und Jungingen, wo sich zwei Cluster mit sechs Erdbeben über Magnitude 3 ausbildeten. Das heutige Erdbeben lag nach SED-Daten weiter westlich abseits des Clusters. Allerdings könnte durch weitere manuelle Auswertungen, zum Beispiel durch den Erdbebendienst Südwest, noch eine Korrektur vorgenommen werden.

Zurzeit sieht es daher so aus, als sei das heutige Erdbeben unabhängig vom Cluster und stehe damit nicht im Zusammenhang mit der erhöhten Aktivität der letzten Jahre. Unabhängig davon: Erdbeben im Zollernalbkreis haben häufig Nachbeben. Beben um Magnitude 4 können Nachbeben um Magnitude 3 haben. Diese können einige Tage und Wochen andauern. Somit muss auch in den kommenden Wochen, möglicherweise Monaten, vermehrt mit kleinen Erdbeben auch in Hechingen gerechnet werden. Ob dieses Erdbeben einen Einfluss auf das Erdbebencluster zwischen Jungingen und Albstadt hat, zu dem auch das Erdbeben vor zwei Tagen gehörte, bleibt abzuwarten.

Quelle: Erdbeben Deutschland

Aktualisiert am 9. Juli 2022 15:21 Uhr

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Angelo D Alterio

Seit dem Jahr 2013 beschäftige ich mich mit dem Thema Meteorologie. 2015 wurde die Unwetteralarm Schweiz GmbH gegründet. Bis ins Jahr 2021 war ich dort verantwortlicher Gesellschafter und Chef-Meteorologe. Nach meinem Ausstieg wurde die Meteoleitstelle Hessen ins Leben gerufen. Meine Spezialgebiete sind Unwetterwarnungen und die Synoptik. Weiterhin findet man mich auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram.
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