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Unwetterwarnung

Hitze und teils unwetterartige Gewitter über Deutschland.

Aktualisiert am 26. Juni 2022 13:44 Uhr

Die Wetterlage teils Deutschland in zwei Teile. Es zeigt sich ein hochreichendes Hochdrucksystem im Osten und ein hochreichendes Tief im Westen. Zwischen beiden Druckgebilden wird mittels einer südlichen Strömung sehr warme bis heiße Luft nordwärts geführt. Diese Luftmasse beeinflusst auch unser Wetter, besonders im Osten.

Bis Montag verstärkt sich im Osten die Wärmezufuhr. Im Westen findet sich eine schleifende Kaltfront, die nur sehr langsam ostwärts vorankommt. Im Vorfeld können sich besonders durch Konvergenzlinien und der Orografie Schauer und kräftige Gewitter mit örtlichem Unwetterpotential bilden. In den östlichen Bundesländern wird jedoch nichts passieren, weil hier das Hoch dominant ist.

Die Höhenwetterkarte zeigt zudem die Achse eines Höhenrückens durch den ebenfalls Absinkbewegungen nach Südosten und Osten ausgelöst wird. Während die Temperaturen ium Westen gemäßigt sind, wird es über der Mitte und im Osten hochsommerlich warm bis heiß.

Am Montag verschärft sich der Kontrast noch, denn dann sind Richtung Polen Temperaturen von teils über 35 Grad möglich. Im Nordwesten bis zum Südwesten dagegen nur 18 bis 25 Grad. Dazwischen kann sich dann eine Zone entwickeln mit heftigen Regenfällen und lokalen schweren Gewittern mit Unwetterpotential. Bis Dienstagmittag sind lokal mehr als 50 mm an Regen möglich.

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Unwettergefahr am 26.06.2022 über Deutschland

Ein Stufe 2 wird ausgegeben, wegen des Risikos unwetterartiger Gewitter mit heftigem Starkregen, Hagel und Sturmböen !

Ein Stufe 1 wird ausgegeben, wegen des Risikos starker Gewitter mit Starkregen, kleinkörnigem Hagel und stürmischen Böen !

Nach Osten hin besteht eine hohe Wärmebelastung ! Teilweise herrscht weiterhin eine sehr hohe Waldbrandgefahr !

Die Modelle rechnen heute eine feuchte, potenziell instabile und energiereiche Luftmasse mit möglichen Capens von 500 bis 1200 j/kg. Dabei zeigt sich ein KO-Index von -4 bis -12 K was teils eine deutliche potenzielle Instabilität zeigt. Zusätzlich zeigt sich ein Gehalt an niederschlagbaren Wassers von bis zu 40 mm was ein deutliches Indiz für mögliche Starkregenereignisse ist.

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Starke Gewitter in einigen Regionen von Deutschland in der Nacht zum Montag

Im Übergangsbereich zur kühleren Luft im Westen können sich vom Schwarzwald bis zur Ostsee und Schleswig Holstein lokale organisierte Strukturen entwickeln und besonders im Südwesten und der westlichen Mitte zeigt sich der Superzellenindex deutlich erhöht. Vor allem die Helizität zeigt sich mit teils über 200 m²/s² auffällig.

Punktuell zeigt sich sogar der signifikant Tornadoparameter mit 0.8 bis 1 erhöht und der Energy Helizity Index ebenfalls sehr auffällig und so ist ein lokaler Tornado nicht auszuschließen. Mit bis zu 120 Blitzen pro Minute können sich durchaus blitzintensive Gewitter zeigen, besonders wenn diese organisiert sind. Dieses besonders vom südlichen Niedersachsen über Hessen bis Baden Württemberg.

Fazit: Im groben rechnen die Wettermodelle recht ähnlich. Typische Unsicherheiten gibt es immer beim zeitlichen Rahmen, bei der Intensität und wo genau die möglichen Schwergewitter stattfinden können. Im Nordosten werden es wohl eher Einzelzellen sein, die jedoch kräftig ausfallen können.

Angelo D Alterio
Seit dem Jahr 2013 beschäftige ich mich mit dem Thema Meteorologie. 2015 wurde die Unwetteralarm Schweiz GmbH gegründet. Bis ins Jahr 2021 war ich dort verantwortlicher Gesellschafter. Nach meinem Ausstieg wurde die Meteoleitstelle Hessen  ins Leben gerufen. Meine Spezialgebiete sind Unwetterwarnungen und die Synoptik. Weiterhin findet man mich auf Facebook, Twitter und Instagram.