Hoch Oscar gibt nicht auf. Weitere Hitzetage ohne Regen über Hessen.

Aktualisierung der Erstmeldung am 10. August 2022 10:22 von Angelo D Alterio

Denken wir an den Superhit von Rudi Carell „Wann wird es mal wieder richtig Sommer“ Es gab Jahre da liebte man diesen Song. Im Augenblick jedoch wünschen Sie die meisten wohl doch eher mal eine Abwechslung beim Wetter. Vor allem die Trockenheit wird von Tag zu Tag dramatischer. Gibt es denn endlich Licht am Ende des Tunnels? Kommt bald der ersehnte Regen? In diesem Bericht erfahren Sie die nackte Wahrheit über die Wetterlage in den kommenden Tagen. Seinen Sie nicht euphorisch, ich bin es schon lange nicht mehr, denn die Aussichten sind in Bezug auf Regen nicht wirklich gut.

Das Hoch Oscar und seine Folgen für Europa

Sie sollten nicht denken, dass nur in Deutschland das Problem mit der Dürre herrscht. In anderen Ländern, wie zum Beispiel in Frankreich, ist die Lage derzeit noch viel dramatischer. Geht es noch schlimmer als bei uns? Ja das geht. Dazu ein kleines Video über die derzeitige Dürre, welche die Bauern in Frankreich die Existenz kosten.

Leere Wasserleitungen in Frankreich: Regierung richtet Krisenstab ein | DW Nachrichten
Die extreme Trockenheit im Land, macht Frankreich schwer zu schaffen.
In vielen Departements gelten wegen der seit Wochen anhaltenden Dürre Beschränkungen bei der Wassernutzung. Nun wurde sogar ein Krisenstab eingerichtet.

Diese Wetterlage wird auch in Deutschland mit jedem Tag ohne Regen mehr Probleme bringen. 160 Waldbrände wurde bis jetzt in Hessen gezählt, dazu etliche Brände von Böschungen und Ackerland. Die Bauern haben vor allem beim Mais und anderen Früchten große Ernteeinbußen. Die Pegelstände von Rhein und Main sinken weiter, sodass Schiffe Ihre Ladung halbieren müssen. Hier kann es im weiteren Verlauf zu Lieferengpässen kommen. Bäume lassen die Blätter fallen, da nicht mehr genug Wasser im Boden vorhanden ist. Dies sind alles Beispiele. Kommen wir jetzt zurück zum Kernthema. Wie geht es weiter mit dem Wetter in Hessen? Besteht Hoffnung auf Abkühlung und Regen?

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Hoch Oscar über Europa

Diese Karte zeigt das gewaltige Hoch Oscar, welches sich vom Atlantik bis zum Baltikum erstreckt. Tiefdruckgebiete über Island oder dem Atlantik haben keine Chance, diese Wand zu durchbrechen. Somit ist in den nächsten Tagen keine durchgreifende Wetteränderung in Sicht. Nach derzeitiger Modelllage wird diese Wetterlage bis zum nächsten Montag Bestand haben. Die Temperaturen werden von Tag zu Tag ansteigen.

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Wettertrend 14 Tage ECMWF Modell

Um die Wetterlage in den kommenden Tagen zu veranschaulichen, habe ich den aktuellen Wettertrend für Frankfurt am Main mitgebracht. Die Temperaturen werden in den Folgetagen nicht mehr unter 30 Grad am Tag fallen. Dazu teils tropische Nächte bei 20 Grad. Eine neue Hitzewelle wird Hessen überrollen. Sogar 36 Grad sind erneut möglich. Ein Horrorszenario für die Vegetation in Hessen.

Chancen auf Regen in Hessen?

Nun, ich hatte es heute Morgen im Wetterbericht schon angedeutet, dass zumindest eine kleine Hoffnung auf ein bisschen Regen besteht. Dieser wird voraussichtlich erst in der neuen Woche in Form von Gewittern über Hessen ziehen. In den nächsten 5 Tagen bleibt es durchweg trocken und heiß.

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10 Tage Vorschau Regen über Hessen akkumuliert

Alarmstufe A (Hohe Waldbrandgefahr in Hessen)

Das hessische Umweltministerium warnt aufgrund der sommerlichen Temperaturen und der Trockenheit weiterhin vor hoher Waldbrandgefahr in weiten Teilen des Landes.

Die Niederschläge in der vergangenen Woche haben nur zu einem vorübergehenden und sehr lokalen Rückgang der Gefahr geführt. Große Teile Hessens sind seit längerem ohne ergiebige Niederschläge geblieben. Eine Umstellung der Wetterlage verbunden mit nachhaltig ausreichenden, landesweiten Niederschlägen ist aktuell nicht in Sicht.

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Alarmstufe A in Hessen (Hohe Waldbrandgefahr)

Für die laufende Woche und das Wochenende wird verbreitet mit einer mittleren bis hohen, lokal sogar sehr hohen Waldbrandgefahr für Hessen gerechnet. Daher bleibt die zweithöchste Alarmstufe für Waldbrandgefahr, Alarmstufe A, die seit dem 18. Juli gilt, auch weiterhin bestehen.

Nach derzeitigem Stand kam es in Hessen in diesem Jahr bisher zu rund 160 Waldbränden mit einer Schadfläche von etwa 43 Hektar. Seit dem Ausrufen der Alarmstufe A am 18. Juli gab es mindestens 50 Waldbrände mit einer Schadfläche von etwa 30 Hektar.

Mit dem Ausrufen der zweithöchsten Alarmstufe wird u.a. sichergestellt, dass die besonders gefährdeten Waldbereiche verstärkt überwacht werden. Die Forstverwaltung stellt zudem die technische Einsatzbereitschaft sicher und intensiviert den Kontakt zu den örtlichen Brandschutzdienststellen. In besonders brandgefährdeten Waldgebieten bzw. Waldrandbereichen kann es zur Schließung von Grillstellen kommen. Auch die vorübergehende Sperrung von Waldwegen und Waldflächen ist nicht ausgeschlossen. Für diese Maßnahmen wird die Bevölkerung um Verständnis gebeten.

Das Ministerium bittet zudem alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher um erhöhte Vorsicht und Aufmerksamkeit. Außerhalb der ausgewiesenen Grillstellen darf kein Feuer entfacht werden. Auf den Grillplätzen muss darauf geachtet werden, dass kein Funkenflug entsteht und dass das Feuer beim Verlassen des Grillplatzes richtig gelöscht wird. Bereits bestehende Einschränkungen, Absperrungen und Verbotsschilder weisen auf besondere Gefahrenpunkte hin und sind zu beachten.

Im Wald ist das Rauchen grundsätzlich nicht gestattet. Waldbrandgefahr geht auch durch entlang von Straßen achtlos aus dem Fenster geworfenen Zigarettenkippen aus. Alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher werden zudem gebeten, die Zufahrtswege in die Wälder nicht mit Fahrzeugen zu blockieren. Pkws dürfen nur auf den ausgewiesenen Parkplätzen abgestellt werden. Die Fahrzeuge sollten nicht über trockenem Bodenbewuchs stehen.

Aktuell ist in Hessen die Alarmstufe A ausgerufen.

Alarmstufe A (hohe Waldbrandgefahr)

zu veranlassende Maßnahmen:

  • Sicherstellung der technischen Einsatzbereitschaft (Geräte, Fahrzeuge, Personal, Zugangswege, Löschwasserentnahmestellen, Nachrichtenverbindungen)
  • Information der Bevölkerung
  • verstärkte Überwachung der Waldgebiete
  • Intensivierung des Kontaktes mit den Brandschutzdienststellen
  • Information der Forstbetriebe mit eigenem forstlichem Personal
  • Schließung von Grillplätzen und Feuerstellen in gefährdeten Waldteilen und in Waldnähe in notwendigem Umfang
  • Luftbeobachtung gefährdeter Gebiete durch die Polizei-Fliegerstaffel

Wer einen Waldbrand bemerkt, wird gebeten, unverzüglich die Feuerwehr (Notruf 112) zu informieren.