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Regen, Schnee und Sturm, das hat der Februar zu bieten.

Zwischen Frühlingsträumen und Winterrealität: Was uns im Februar beim Wetter noch alles "blüht" 

Aktuell ist die Wetterlage in vielen Teilen von Deutschland oftmals trist und grau, von einem strahlend blauen Himmel, welches uns vor wenigen Tagen das Hoch Enno bescherte, ist nicht mehr viel übrig geblieben. Eine sehr milde, schon fast frühlingshafte Wetterlage stellt sich in den kommenden Tagen ein. Doch geben Sie die Hoffnung auf Winterwetter nicht auf, denn der Februar hat noch einiges an Überraschungen auf Lager. Viel Regen, Wind und sogar Frost und Schnee könnten schon bald wieder ein Thema werden. Wir schauen in die Glaskugel.

Schnee, Regen und Wind: Die Unberechenbarkeit des Februarwetters

Der Februar und der März halten insbesondere in Deutschland oftmals eine Palette wechselhafter Wetterphänomene bereit. Charakteristisch für diesen Monat sind nicht nur Schnee und Frost, sondern auch Regen und stürmische Böen. Doch so vielfältig die Erscheinungen, so ungewiss sind auch die Vorhersagen.

Die Wetterkapriolen des Februars

In den Tagen des Februars die Wechselhaftigkeit der Wetterlage besonders stark äußern. So erleben viele Regionen oft einen grauen Himmel, der die Sehnsucht nach dem von Hochdruckgebieten wie Enno bescherten strahlend blauen Himmel wieder aufleben lässt. Nach solchen sonnigen Phasen folgen nicht selten sehr milde, fast frühlingshaft anmutende Wetterlagen, die abrupt in Regen, Wind, Frost und Schneefall umschlagen können.

Aktuell sieht es so aus, dass sich die Wetterlage in der Monatsmitte wieder ändern wird. In welche Richtung ist derzeit jedoch noch vollkommen unklar, denn dies hängt von der Positionierung der Druckgebiete ab. Wie immer sind da ECMWF und GFS grundverschieden in deren Anschichten.

Regen, Schnee und Sturm, das hat der Februar zu bieten. 13. Juli 2024
ECMWF sieht ab Mitte Februar ein Hoch über der Nordsee welches polare Kaltluft aus Skandinavien nach Deutschland lenkt
Regen, Schnee und Sturm, das hat der Februar zu bieten. 13. Juli 2024
Das GFS hingegen sieht kräftigen Tiefdruckeinfluss dessen Zentrum über Osteuropa liegen wird und somit die Schneeoption in verbindung mit polarer Luft ansteigen lässt.

Ungewissheit in der Wettervorhersage

Der Mensch schaut mit hoch entwickelten Methoden in die Zukunft des Wetters und dennoch bleibt ein großes Maß an Unsicherheit. Wettermodelle, wie das Global Forecast System (GFS) und das European Centre for Medium-Range Weather Forecasts (ECMWF), bieten Einblicke, die bis zu zwei Wochen in die Zukunft reichen. Doch je weiter der Blick nach vorn gerichtet wird, desto größer wird der Vorhersagekorridor.

In der kommenden Woche machen sich verstärkt kraftvolle Tiefdrucksysteme breit, die sich anfangs insbesondere über der nördlichen Hälfte von Deutschland ausdehnen. Bis Mittwoch wandert eine Kaltfront gen Süd bis zur Mitte des Landes und kehrt bereits am Donnerstag in Form einer Warmfront zurück in den Norden. Währenddessen besteht die Möglichkeit, dass der Norden kurzzeitig von Schneefällen heimgesucht wird. Diesem schwingenden Frontensystem folgend, ist mit erheblichen Regenfällen zu rechnen, die sich bis zum Ende der Woche anhäufen können; vornehmlich in ausgedehnten Gebieten Nordrhein-Westfalens und Niedersachsens könnte dadurch das Hochwasserrisiko erneut anschwellen. Für das Wochenende prognostizieren einige Modelle dann eine schrittweise einsetzende Abkühlung von Norden her.

Kachelmannwetter
Regen, Schnee und Sturm, das hat der Februar zu bieten. 13. Juli 2024
Schauen wir uns zunächst das ECMWF Wettermodell mit dessen Vorhersage der Temperaturen am 12. Februar 2024 an. Aktuell wird in dessen Modellläufen ein kleines Hoch über der Nordsee simuliert, welches zur Monatsmitte die kalten Luftmassen aus Skandinavien anzapfen wird. Somit werden die Temperaturen wieder sinken. 

Die aktuelle Situation betrifft wesentlich den Polarwirbel, einen der Hauptakteure des Winters. Wenn dieser mächtige Strudel von kalter Luft am Nordpol stabil bleibt, tendiert das Wetter in Europa zu windigen und milden Verhältnissen. Ändert sich allerdings die Konstellation des Polarwirbels, indem er labil wird oder gar spaltet, kann die arktische Kaltluft nach Süden vordringen und für einen plötzlichen Wintereinbruch sorgen.

Regen, Schnee und Sturm, das hat der Februar zu bieten. 13. Juli 2024
Diese Karte zeigen die Neuschneemengen laut ECMWF Wettermodell in den kommenden 10 Tagen über Deutschland. Nach dessen Willen würde es primär im Norden und Osten inklusive im Süden des Landes zu verbreitet Schnee mit Höhen zwischen 4 und 11cm Meter kommen.
Regen, Schnee und Sturm, das hat der Februar zu bieten. 13. Juli 2024
Das GFS sieht hingegen aktuell nur im Norden von Deutschland Neuschneemengen Richtung Süden bleibt es eher bei nasskaltem Wetter.

Was bedeutet das für uns?

Das Rätsel, wann und ob die eisigen Winde uns erreichen, bleibt weitgehend ungelöst. Meteorologen erwarten eine Störung des Polarwirbels etwa Mitte Februar, was einen potenziellen Kälteeinbruch signalisieren könnte. Doch obwohl die dynamischen Modelle einen temperaturmäßigen Rückgang prognostizieren, muss dies nicht zwingend Schneefall bedeuten. Die Lage in den Wettermodellen ist durch die Komplexität atmosphärischer Prozesse immer mit einer gewissen Unsicherheit behaftet.

Regen, Schnee und Sturm, das hat der Februar zu bieten. 13. Juli 2024
Es muss nicht unbedingt Schnee sein, was da vom Himmel fallen wird. Diese Karte zeigt die akkumulierten Niederschläge als Regen in den kommenden 10 Tagen über Deutschland. Da kann im Bereich einer Luftmassengrenze ordentlich was zusammenkommen. Primär im Norden bis zu 80 Liter binnen 10 Tagen.

Die Grenzen der Modelle

Selbst die ausgeklügeltesten Computermodelle stoßen an ihre Grenzen, wenn es darum geht, das genaue „Wann“ und „Wo“ von Wetterereignissen vorherzusagen. Zwar können sie eine generelle Tendenz in Richtung Kälteeinbruch vorgeben, doch die Detailfreudigkeit, die für präzise lokale Vorhersagen notwendig ist, bleibt ihnen bislang verwehrt.

Polarwirbel-Split und die Folgen für unseren Winter.Der Polarwirbel ist ein großräumiges Tiefdruckgebiet, das sich im Winter über der Arktis bildet. Es handelt sich um ein starkes Windband, das in der Stratosphäre, also in einer Höhe von etwa 12 bis 50 Kilometern, zirkuliert. Der Polarwirbel spielt eine wichtige Rolle in der atmosphärischen Zirkulation und hat somit einen direkten Einfluss auf unser Wetter.

Fazit

Ob sich nun Schnee, Regen oder stürmische Winde im Februar einstellen, ist und bleibt in Teilen ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten. Auch wenn Forschung und Technik das Verständnis für meteorologische Abläufe stetig verbessern, sind Wettervorhersagen – insbesondere in Bezug auf langfristige Prognosen – immer mit Unsicherheiten behaftet. Was feststeht ist, dass der Wechsel von mildem zu winterlichem Wetter eine beständige Möglichkeit bleibt und die Faszination für das Wächterspiel der Natur ungemindert fortbesteht.

Regen, Schnee und Sturm, das hat der Februar zu bieten. 13. Juli 2024
Der Wettertrend für die nächsten 10 Tage bestätigt die Tendenz in eine wiederholte kühle und eventuell winterliche Phase beim Wetter.

Angelo D Alterio

Angelo D'Alterio ist ein leidenschaftlicher Autor auf dem Gebiet der Meteorologie, der sich bereits seit dem Jahr 2013 intensiv mit Wetterphänomenen auseinandersetzt. Mit einem tiefen Verständnis für Unwetterwarnungen und Synoptik hat Angelo im Laufe seiner Karriere einen bemerkenswerten Beitrag zur Meteorologie geleistet. Im Jahr 2015 setzte er sein Wissen und seine Begeisterung produktiv ein, indem er Mitgründer und Chef-Meteorologe der Unwetteralarm Schweiz GmbH wurde, einer Initiative, die bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2021 wuchs. Anschließend inspirierte Angelo D'Alterio die Gründung der Meteoleitstelle Hessen, wo er seine Fachkenntnisse weiterhin einbringt. Durch seine Erfahrungen und Spezialgebiete, insbesondere im Bereich Unwetterwarnungen, etablierte… More »
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