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Mildes Intermezzo: Wie eine Luftmassengrenze Deutschlands Wetteraussichten verändert

Aktuell ist in ganz Deutschland mit einer sehr milden und ruhigen Wetterlage zu rechen. Dies wird sich zunächst nicht ändern. Aktuell sehen die Wettermodelle in der neuen Woche eine mögliche Luftmassengrenze über Deutschland, welche einiges an Niederschlag bringen kann. Ob dieser auf der „kalten“ Seite als Schnee fällt, ist dato noch vollkommen unklar. Aus der Vergangenheit kennen wir allzu gut das Problem mit der Berechnung von Luftmassengrenzen. Dennoch möchte ich Ihnen einen kleinen Einblick in die aktuelle Situation geben.

In den kommenden Tagen wird Deutschland von einer lebhaften und milden Westwetterlage dominiert. Die beiden südeuropäischen Hochdruckgebiete FRANK und ENNO leisten Widerstand gegen das mächtige Nordeuropatief MARGRIT, das Norwegen bereits mit heftigen Orkanböen von über 180 km/h heimsuchte. Am heutigen Tag überquert rasch eine Kaltfront von Nordwesten, welche kurzzeitig für Böen und Niederschlag führt. Diese Kaltfront hat Deutschland mittlerweile verlassen.

2. März 2024 Mildes Intermezzo: Wie eine Luftmassengrenze Deutschlands Wetteraussichten verändert um 1:48 Uhr
Luftdruckverteilung über Europa am 1.02.2024. Deutschland liegt inmitten eines kräftigen Hochs über Spanien und eines Sturmtiefs über Skandinavien. Da derzeit der Hochdruckeinfluss dominiert, bleibt es oftmals bei ruhigem und mildem Wetter.

Hinter der Kaltfront wird eine unbeständige Phase mit lebhaftem Wind eingeleitet, welche besonders ab Freitag und während des Wochenendes im Norden stürmische Verhältnisse erzeugen könnte. Während der äußerste Süden und der Alpenraum dank des Hochdrucks eher ruhiges Wetter genießen, bleibt eine Rückkehr zum winterlichen Wetter vorerst aus.

Die Vorhersage kündigt eine milde Fortsetzung des Wetters an, jedoch nicht mit viel Sonnenschein. In der nächsten Woche nähert sich wieder kältere Luft. Die spannende Frage ist nun die Entwicklung einer Luftmassengrenze, wo kalte Luft aus Nordosteuropa auf die mildere Westströmung trifft. Deutschland befindet sich genau in der “Zwischenzone” dieser beiden Wetterphänomene: Ein Hoch über Südwesteuropa und ein kräftiges Tief über Skandinavien stehen einander gegenüber.

2. März 2024 Mildes Intermezzo: Wie eine Luftmassengrenze Deutschlands Wetteraussichten verändert um 1:48 Uhr
Diese Karte zeigt die Temperaturverteilung in der kommenden Woche über Deutschland. Dabei ist laut dem Modell ECMWF eine deutliche Luftmassengrenze zu erkennen. Diese trennt die kühle Luft von der milden Luft. In dessen Übergangsbereich kann es zu kräftigen Niederschlägen kommen, welche derzeit durchweg als Regen simuliert werden. 

Das bedeutet für uns ein eher trübes Wochenende mit wenig Sonne und etwas Regen. Die Temperaturen bleiben weiterhin im zweistelligen Plusbereich, fühlen sich aber wetterbedingt nicht so mild an, wie die Thermometerwerte es suggerieren könnten.

2. März 2024 Mildes Intermezzo: Wie eine Luftmassengrenze Deutschlands Wetteraussichten verändert um 1:48 Uhr
Wind-Summierungen über Deutschland in den nächsten 10 Tagen

Insbesondere zur Wochenmitte wird es interessant, wenn kältere Luftmassen aus dem Nordosten den Vormarsch antreten und mit der milden Luft kollidieren könnten. Dort, wo sie aufeinandertreffen, ist die Bildung einer Luftmassengrenze möglich, die zu starken Niederschlägen führen kann – als Regen und in höheren Lagen als Schnee. Die genaue Platzierung dieser Grenze ist noch ungewiss, ebenso ihre tatsächliche Ausbildung. Luftmassengrenzen sind für Meteorologen eine Herausforderung in der Vorhersage. Trotzdem lautet die Prognose: Die mildere Luft dürfte letztlich überwiegen.

Die erste Februarwoche bringt noch einige größere Fragezeichen mit sich. Sicher scheint zu sein, dass Tiefdruckgebiete unser Wetter bestimmen und ein markanter landesweiter Wintereinbruch nicht zu erwarten ist. Trotzdem könnte es in einigen Teilen mal vorübergehend für kältere Luft und womöglich für zeitweiligen Schneefall reichen.

Am Ende gewinnen wohl wieder die Tiefdruckgebiete über Nordeuropa an Einfluss, und es bleibt zunehmend windig, vorwiegend in den nördlichen Regionen. Damit bleibt das Wetter in Deutschland recht unbeständig, mit einer straffen Westströmung, die den Wind spürbar auffrischen lässt.

2. März 2024 Mildes Intermezzo: Wie eine Luftmassengrenze Deutschlands Wetteraussichten verändert um 1:48 Uhr
Wetter-Trend Frankfurt am Main in den nächsten 10 Tagen

Schaut man sich den aktuellen Wetter-Trend, hier als Beispiel Frankfurt am Main an, bestätigen die Aussagen nach eher milden Wetter den Trend. Kommende Woche werden oftmals Temperaturen über 10 Grad in der Mainmetropole erwartet. Der Wind wird böig aufleben und es kommt lokal zu leichtem Regen, diese wird jedoch zunächst keine große Rolle spielen. Erst ab Mittwoch wäre nach jetzigem Stand größere Regenmengen möglich. Diese zeige ich Ihnen an der nächsten Grafik.

2. März 2024 Mildes Intermezzo: Wie eine Luftmassengrenze Deutschlands Wetteraussichten verändert um 1:48 Uhr
Im Bereich einer Luftmassengrenze wären ab Mitter nächster Woche größere Regenmengen möglich.

Diese Karte zeigt Ihnen die akkumulierten Niederschläge in den kommenden 10 Tage über Deutschland. Im Bereich der Luftmassengrenze wären nach jetzigem Stand in Münster bis zu 80 Liter in Köln bis zu 50 Liter und in Frankfurt am Main bis zu 30 Liter möglich. Da aber überhaupt nicht klar ist, wo genau sich diese Grenze zwischen den Luftmassen ausbilden wird, bleiben die Berechnungen mehr als unsicher.

Fazit: Das Wetter in Deutschland bleibt in der ersten Februarwoche überwiegend mild und unbeständig, ohne Anzeichen eines großflächigen Wintereinbruchs. Im Norden könnten stürmische Verhältnisse auftreten, während der Süden durch Hochdruckeinfluss ruhig bleibt. Eine besondere Wetterentwicklung könnte Mitte der Woche stattfinden, wenn kühle Luft aus dem Nordosten auf eine mildere Westströmung trifft und potenziell starke Niederschläge an einer Luftmassengrenze verursachen könnte. Die exakte Position und Intensität dieser Niederschläge sind derzeit jedoch unsicher.

Peter Richter

Mein Name ist Peter M. Richter und seit mehr als zwei Jahrzehnten bin ich in der Welt der Lokalnachrichten zu Hause. Als freier Journalist begann mein beruflicher Weg im Jahr 1999, und seither habe ich mich mit Leib und Seele den Themen Wettervorhersage, Synoptik sowie der Beurteilung von Gefahrenlagen durch Sturm und Unwetter gewidmet. Seit 2021 engagiere ich mich ehrenamtlich für die Meteoleitstelle Hessen. Hier setze ich mein Wissen und meine Erfahrung ein, um die Öffentlichkeit präzise und rechtzeitig über Wetterumschwünge und deren potenzielle Gefahren zu informieren.Mit meiner Arbeit möchte ich nicht nur informieren, sondern auch das Bewusstsein für den Respekt gegenüber den Naturgewalten stärken. Ich freue mich, mein Wissen und meine Leidenschaft für das Wettergeschehen mit Ihnen zu teilen und zu einer sichereren und informierten Gemeinschaft beizutragen.

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