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Tief Birgit: Schnee und eisige Kälte? Hier sind die Fakten.

Seit einigen Tagen befinden sich die Wettermodelle in einem Rausch der Rechnungen, welche einen harten Wintereinbruch mit eisiger Kälter und Schnee bis zu 20 cm voraussagen. Doch um so näher die Mitte des Monats kommt, um so mehr ändern die Wettermodelle ihre Meinungen. Was ist denn nun tatsächlich Fakt zum Thema Wintereinbruch und Kälte? Hier die neusten Fakten und Trends zur bevorstehenden Wetterlage in den nächsten Tagen.

Schneetief Birgit oder doch nur ein Tief? Wettermodelle uneinig.

Schauen wir zunächst auf die aktuelle Wetterlage über Europa, dabei verlagert sich das Tief Birgit, welche aktuell über Italien liegt, weiter in Richtung Osten von Europa. Das Tief Birgit ist ein sogenanntes Vb Tief, dies entsteht über dem Mittelmeer und saugt sich voll mit Wasser. In Verbindungen mit Kälte kann eine solche Wetterlage im Winter verheerende Schneefälle auslösen. Einige Wettermodelle hatten ein solches Szenario tagelang im Lauf. Zunächst bis zu 30 cm Schnee im Osten, dann sogar über 20 cm Schnee im Ruhrgebiet und im Emsland. Doch was ist von all dem zum jetzigen Zeitpunkt übrig geblieben. Dazu als vergleich unsere zwei letzten Bericht zum Thema Birgit und dessen Folgen.

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Aktuelle Luftdruckverteilung über Europa, dabei zieht ein Tief vom Mittelmeer weiter in Richtung Osteuropa und sorgt gleichzeitig für den Zustrom kalter Luftmassen aus Nordosten.

Wie ist der aktuelle Stand der Wettermodelle zu den Schneehöhen in den nächsten Tagen?

Unser größtes Gut bei der Meteoleitstelle ist, Ihnen eine seriöse Berichterstattung zu bieten, deshalb geben wir jede Veränderung der Wettermodelle an Sie weiter, für uns ist nicht entscheidet Katastrophenmeldungen zu genieren, sondern bei der Wahrheit zu bleiben. Deshalb haben wir als Redakteure kein Problem damit, Vorhersagen welche noch vor 2 Tagen den Hammerwinter vor prophezeiten nach untern zu stufen. Aktuell haben wir genau diese Situationen. Waren das GFS und ECMWF Wettermodell vor 2 Tagen noch absolut auf dem Winter Vormarsch bei den Schneehöhen, sieht es heute verändert aus. Dies liegt jedoch nach wie vor daran, dass die Wettermodelle ein Problem damit haben, die genaue Zugrichtung des Tiefs Birgit zu berechnen. Schauen wir uns dazu die aktuellen Schneehöhen von ECMWF und GFS an.

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Aktuelle Schneehöhen bis zum 17. Dezember 2022 im Vergleich. Links sehen Sie das ECMWF Modell und rechts das US Modell GFS.

Diese zwei Grafiken zeigen die neusten Rechnungen der Modelle ECMWF und GFS aus den USA. Schauen Sie genau hin und vergleichen Sie gerne die letzten Rechnungen in unseren beiden letzten Artikeln. Aktuell findet der Schneewinter eigentlich nur noch dort statt, wo er immer stattfindet, wenn wir von markanten Schneemengen ausgehen. In den Alpen und im Alpenvorland, dazu im Erzgebirge Schneehöhen über 20 cm. Ansonsten in den deutschen Mittelgebirgen ein paar cm Neuschnee, die sehr wahrscheinlich gerade so zum Ski und Schlitten fahren reichen. Aber! Die Abrechnung wird am Ende gemacht. Schon in den neuen Läufen am Sonntagmorgen kann wieder alles anders aussehen. Es gibt nach wie vor große Unsicherheiten.

Kälte und die Energiekrise, wie kalt wird es denn in den nächsten Tagen?

Winterwetter besteht nicht ausschließlich aus Schnee, sondern auch aus Kälte und diese wird uns auf jeden Fall in den kommenden Tagen beschäftigen. Das Tief Birgit saugt auf dem Weg nach Osteuropa kalte Luftmassen mit polarem Ursprung aus Nordosten an und diese Luftmassen werden wir auch in Hessen zu spüren bekommen. Teils strenger Frost in den Nächten und kaum über null Grad am Tag. Eine Dauerfrostlage stellt sich ein. Im Zeichen der Energiekrise eine unvorteilhafte Wetterlage.

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Aktueller Temperaturtrend für Mittelhessen in den kommenden Tagen. Dauerfrost stellt sich ein.

Der Temperatur-Trend steht nach wie vor auf kalt und daran wird sich in den nächsten Tagen nichts ändern. Es wird sich einwintern in Hessen. Tagsüber meist nur -2 bis maximal 0 Grad. In den Nächten teils strenger Frost bis zu -8 Grad. Auch Schnee ist weiterhin ein Thema, wenn auch nicht mehr so extrem wie zunächst angekommen. Aber vielleicht ist dies auch besser so. Denn in einigen Regionen fängt das Schneechaos schon bei 1 cm Neuschnee an.

Aktualisiert am 10. Dezember 2022 14:32 Uhr

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Angelo D Alterio

Seit dem Jahr 2013 beschäftige ich mich mit dem Thema Meteorologie. 2015 wurde die Unwetteralarm Schweiz GmbH gegründet. Bis ins Jahr 2021 war ich dort verantwortlicher Gesellschafter und Chef-Meteorologe. Nach meinem Ausstieg wurde die Meteoleitstelle Hessen ins Leben gerufen. Meine Spezialgebiete sind Unwetterwarnungen und die Synoptik. Weiterhin findet man mich auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram.
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