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Droht ein Schneechaos? Lage der Luftmassengrenze ist entscheidend.

Aktuell schauen die Meteorologen mit großen Augen auf die Entwicklung der Wetterlage in den kommenden Tagen. Dabei ist eine Luftmassengrenze im Fokus, welche sich über Deutschland bilden wird. Entscheidend hierfür ist die Lage, welche über ein mögliches Schneechaos und milden Temperaturen entscheiden wird. Was die Wettermodelle heute für eine Aussagekraft an den Tag legen, erkläre ich Ihnen in diesem Bericht. Es wird sich in den kommenden Tagen, das eine oder andere noch ändern, aber ein Trend ist zumindest absehbar.

Der strenge Frost der vergangenen Tage wird sich abschwächen, das wetterbestimmende Hoch Hannelore, welches mit seinem Zentrum über Island liegt, schwächt sich ab, somit dreht die Strömung von Nordosten auf Nordwest, dabei gelangt zunehmend feuchtere aber auch mildere Luft nach Deutschland. Die sehr sonnige und überwiegend trockene Phase beim Wetter endet somit. Hochnebel und Eisnebel sorgen in vielen Regionen derzeit für glatte Straßen, die Böden sind nach wie vor tiefgefroren.

Luftmassengrenze und dessen möglichen Auswirkungen auf unser Wetter.

Wie ich oben im Text schon angesprochen habe, liegen die Augen vieler Meteorologen derzeit auf einer Luftmassengrenze, welche sich in den kommenden Tagen über Deutschland bilden wird. Entscheidet ist hier die Lage der Grenze, welche die warme von der kalten Luft trennen wird. Dazu schauen wir uns die Luftdruckverteilung in den kommenden Tagen an.

2. März 2024 Droht ein Schneechaos? Lage der Luftmassengrenze ist entscheidend. um 0:29 Uhr
Luftdruckverteilung über Europa am Montag

Diese Karte zeigt die Luftdruckverteilung in den kommenden Tagen über Europa. Zielführend wird hierbei das Tief bei Spanien und das Tief über Skandinavien sein. Zum einen wird durch das Tief im Südwesten milde Luftmassen nach Deutschland getragen und zum anderen kalte Polarluft aus dem Nordosten ausgehend von dem Tief über Skandinavien. Irgendwo über Deutschland werden diese zwei Luftmassen zusammentreffen und werden auf deren kalten Seite teils kräftige Schneefälle auslösen.

Wettermodelle machen es sich schwierig Luftmassengrenze zu lokalisieren, deshalb ändern sich die Berechnungen am Anfang tagtäglich. Je mehr Modelle ins Boot kommen, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit einer Vorhersage. Aktuell stehen uns primär das ECMWF Wettermodell und das GFS als tragende Kraft zu Verfügung. Gegenüber gestern hat sich auch heute wieder einiges verändert. Was aber aktuell gleich bleibt, ist die ungefähre Lage der Luftmassengrenze. Unterschiede sind mehr oder weniger in der Intensität der Schneefälle. Das schauen wir uns jetzt genauer an.

2. März 2024 Droht ein Schneechaos? Lage der Luftmassengrenze ist entscheidend. um 0:29 Uhr
ECMWF Modell Schneehöhen 21.01.2024
2. März 2024 Droht ein Schneechaos? Lage der Luftmassengrenze ist entscheidend. um 0:29 Uhr
GFS Modelle Schneehöhen bis zum 21.01.2024

Diese beiden Karten zeigen die aktuell errechneten Schneehöhen über Deutschland, akkumuliert bis zum 21.01. 2024. Sind Sie erstaunt? Wissen Sie jetzt, warum es Meteorologen nicht immer einfach haben, gerade bei dem Thema Luftmassengrenze. Das ECMWF zeigt in seinem neusten Lauf derzeit über ganz Deutschland Schneefall, welcher primär in der Mitte von Deutschland, sprich in einer Linie von NRW über Hessen bis zum Erzgebirge die üppigsten Schneemengen zeigen.

Das US-Modell GFS hat heute Morgen einen richtigen Schneehammer herausgehauen. Im Gegensatz zum ECMWF sieht man hier einen deutlichen Verlauf der Luftmassengrenze, welcher im Bereich von Rheinland-Pfalz über Hessen und Thüringen bis nach Sachsen teils ergiebige Schneehöhen über 30 cm bringen. Stellen Sie sich allein im Rhein-Main-Gebiet Schneehöhen um die 15 cm vor. Wer dort wohnt, kann sich dieses Chaos-Szenario selbst basteln. Aus meiner Sicht sehe ich diese Rechnung derzeit nicht als relevant an. Das GFS wird sich noch ein paar mal im Kreis drehen.

Thema Temperaturen über Deutschland, auch da darf man sich wundern.

Zu den oben gezeigten Modellen mit dessen Schneehöhen gibt es natürlich auch den Gegenspieler und das sind die Temperaturen. Schnee fällt nur dann, wenn es auch kalt ist. Warum das ECMWF für ganz Deutschland Schnee zeigt und das GFS eben nicht, zeige ich Ihnen an den aktuellen Vorhersagen der Temperaturen über Deutschland.

2. März 2024 Droht ein Schneechaos? Lage der Luftmassengrenze ist entscheidend. um 0:29 Uhr
ECMWF Temoeraturen am 19.01.2024

Diese Karte zeigt die aktuelle Verteilung der Temperaturen über Deutschland laut dem ECMWF Modell. Aktuell geht das Modell davon aus, dass das Schneetief über Skandinavien die Herrschaft übernimmt und dem Tief über Spanien keine Chance geben wird. Somit breitet sich die polare Luftmasse über ganz Deutschland aus. In Verbindung mit der feuchten Luft kommt es landesweit zu Schneefall.

2. März 2024 Droht ein Schneechaos? Lage der Luftmassengrenze ist entscheidend. um 0:29 Uhr
Temperaturen am 19.01.2024 laut GFS

Das GFS zeigt derzeit eine völlig andere Lage. Hier wird eine saubere Luftmassengrenze gebildet. Dabei strömt in den Süden von Deutschland die warme Luft und lässt die Temperaturen bis auf 10 Grad ansteigen. Die Grenze zwischen der warmen und kalten Luft wird südlich von Frankfurt am Main gezogen. Alle Städte und Gemeinden im Bereich der kalten Zone müssen mit heftigen Schneefällen und Verwehungen rechnen. Dennoch müssen Sie keine Bedenken haben, dass sich der Winter 1978/79 wiederholen wird, damals waren die Bedingungen völlig anders.

Wie Sie an meiner neusten Ausführung erkennen können, bleibt die Entwicklung der Wetterlage über Deutschland weiterhin spannend. Ich bin mir sicher, dass sich die Berechnungen in den nächsten Tagen noch ein paar mal ändern werden. Ich bin mir aber auch relativ sicher, dass an beliebiger Stelle in Deutschland zur Monatsmitte viel Schnee fallen wird und ich rede hierbei nicht von den Alpen.

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Angelo D Alterio

Angelo D'Alterio ist ein leidenschaftlicher Experte auf dem Gebiet der Meteorologie, der sich bereits seit dem Jahr 2013 intensiv mit Wetterphänomenen auseinandersetzt. Mit einem tiefen Verständnis für Unwetterwarnungen und Synoptik hat Angelo im Laufe seiner Karriere einen bemerkenswerten Beitrag zur Meteorologie geleistet. Im Jahr 2015 setzte er sein Wissen und seine Begeisterung produktiv ein, indem er Mitgründer und Chef-Meteorologe der Unwetteralarm Schweiz GmbH wurde, einer Initiative, die bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2021 wuchs. Anschließend inspirierte Angelo D'Alterio die Gründung der Meteoleitstelle Hessen, wo er seine Fachkenntnisse weiterhin einbringt. Durch seine Erfahrungen und Spezialgebiete, insbesondere im Bereich Unwetterwarnungen, etablierte er sich als renommierter Fachmann in der Meteorologen-Community. Neben seiner fachlichen Tätigkeit ist Angelo ein geschätzter Inhaltsersteller, dessen Artikel und Beiträge auf verschiedenen sozialen Plattformen zu finden sind. Sie können ihm folgen und sich mit ihm auf Mastodon, Facebook, Threads, Twitter, Linkedin, sowie auf Instagram vernetzen und austauschen.

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