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Kampf der Wettermodelle, wer bekommt die große Hitze?

Aktualisierung der Erstmeldung am 16. Juni 2022 7:28 von Angelo D Alterio

Dass es am Wochenende in vielen Regionen in Deutschland heiß wird, haben die Wettermodelle schon in den letzten Tagen angedeutet. Jedoch ist bis zum heutigen Tag nicht klar, wie heiß es denn wirklich und vor allem wo wird. Um dies zu beleuchten und um zu zeigen, wie schwer eine Vorhersage, selbst zwei Tage davor sein kann, möchte ich an einem Beispiel zeigen. Dazu nutze ich die beiden Mittelfristmodelle ECMWF und GFS. Das ECMWF ist das europäische Wettermodell und das GFS ist das Wettermodell aus den USA.

Berechnung der Temperaturen am kommenden Sonntag (ECMWF)

Zunächst schauen wir auf die aktuelle Berechnung des ECMWF Wettermodell für den kommenden Sonntag, dieser Tag soll ja nun der heiße Tag werden. In den Medien wird von teils 40 Grad gesprochen. Nach meiner Einschätzung jedoch werden wir in keiner Region am Sonntag 40 Grad erreichen. Zumal die Unterschiede zwischen Norden und Süden mit großen Unsicherheiten behaftet ist. Wie Sie auf der Karte erkennen können, scheint es am Sonntag zu verbreitet hohen Temperaturen kommen. Außen vor bleibt nur der äußerste Norden, sprich die Küsten von Nord und Ostsee. In Berlin laut ECMWF sogar 38 Grad. Aber! Zum Vergleich das Wettermodell GFS.

US-Wettermodell sieht markante Luftmassengrenze.

GFS Wettermodell mit der aktuellen Vorhersage für Sonntag

Wie groß die Unterschiede weiterhin beim Hitzetag Sonntag sind, zeigt das GFS Wettermodell, das im Gegensatz zum ECMWF eine markante Luftmassengrenze über Deutschland sieht. In einer Linie von Köln über Kassel bis rüber nach Cottbus bleibt es im nördlichen Bereich am Sonntag eher kühl. Zum Vergleich Berlin: ECMWF 38 Grad und indessen schauen Sie beim GFS. 16 Grad.

Gewittergefahr am Samstag und Sonntag

Am Samstag mit Ausnahme des Nordens und Nordwestens starke Wärmebelastung. Spätnachmittags, abends und in der Nacht zum Sonntag im Westen/Südwesten bis in die Mitte vereinzelte Gewitter mit Hagel und Starkregen nicht ausgeschlossen. In der Nacht zum Sonntag im Norden örtlich mehrstündiger Starkregen, teils gewittrig, nicht ausgeschlossen.

Am Sonntag im Süden von Deutschland und mit geringer Wahrscheinlichkeit auch in der Mitte des Landes bzw. im Osten nochmals starke Wärmebelastung. Außer im Norden und Nordwesten im Tagesverlauf zunehmendes Gewitterpotenzial. Dabei kräftige Gewitter mit allen markanten Begleiterscheinungen wahrscheinlich mit geringer Wahrscheinlichkeit vor allem Starkregen und Hagel betreffend auch Unwetter.

Fazit: Das Wetter am Sonntag ist noch keinesfalls entschieden. Dass es im Süden heiß wird, darüber sind sich beide Wettermodelle einig. Aber wo letztendlich die Luftmassengrenzen liegen wird, bleibt weiterhin spannend.

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Angelo D Alterio

Seite 2013 als Medien-Meteorologe an verschiedenen Projekten beteiligt. Mein Spezialgebiet sind Unwetterwarnungen und die Synoptik. Von 2015 bis 2021 war ich unter anderem Gesellschafter bei der Unwetteralarm GmbH.
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