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Winterintermezzo über Hessen, doch wie lange bleibt der Schnee?

Seit heute Nacht fallen in einigen Regionen in Hessen Schneeflocken vom Himmel. Vor allem in Lagen über 400 Meter ist mit Schneeglätte zu rechnen. Aber wie lange bleibt das Winterwetter erhalten und warum ist es im Süden von Hessen deutlich milder? Diese Fragen beantworten wir im folgenden Bericht.

Nun ist er da, der Winter, viele Menschen haben überhaupt nicht mehr daran geglaubt, dass es überhaupt noch Schnee und Kälte gibt. Doch wie man sehen kann, wurden einige Landkreise in Hessen heute Nacht von den Schneeflocken überrascht. Wobei eigentlich ist ein keine Überraschung, denn wir von der Meteoleitstelle haben schon vor einigen Tagen darauf hingewiesen, dass der Winter ein kurzes Gastspiel gibt. Und da sind wir beim Thema, bleibt der Winter denn jetzt in Hessen? Diese Frage müssen wir leider mit Nein beantworten. Denn in der neuen Woche wird es wieder milder. Warum das so ist, erklären wir anhand einiger Modellkarten.

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Luftdruckverteilung über Deutschland am heutigen Samstag

Eine Luftmassengrenze hat sich gebildet, diese liegt aktuell genau über Hessen. Dabei gibt es zwei Seiten. Die eine Seite fördert die kalte Luft aus dem Osten nach Hessen, dafür ist ein Hoch über Osteuropa verantwortlich. Zugleich schaufelt das Tief Regina, welche sich aktuell über den Britischen Inseln liegt, feuchte Luft nach Deutschland.

Diese beiden Luftmassen prallen in Mittelhessen zusammen und lösen Niederschläge aus. Auf der kalten Seite fällt dieser Niederschlag als Schnee und auf der warmen Seite als Regen. Während es in Nordhessen bis zu minus 2 Grad sind, bleibt es im Rhein-Main-Gebiet, im Rheingau und in Südhessen meist über null Grad.

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So sieht es aktuell in Hüttenberg im Lahn-Dill-Kreis aus. Foto aufgenommen von Margarete Jung. Eine wunderschöne Winterlandschaft hat sich gebildet.

Bleibt uns das Winterwetter erhalten?

Zunächst wird sich zum Montag der Winter wieder nach Osteuropa verziehen. Das Tief über den Britischen Inseln gewinnt an Stärke und verdrängt die kalte Luft.

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Ab Montag Tiefdruckeinfluss mit milder Luft vom Atlantik. Auch Westwetterlage genannt.

Wie Sie auf der Luftdruckkarte für den kommenden Montag sehen können, vertreibt das Tief Regina das Hoch Erik und drängt es zurück nach Russland. Somit werden die Temperaturen ab Montag wieder ansteigen. Tagsüber liegen die Werte dann landesweit bei 3 bis 7 Grad. Nacht bleibt es überwiegend Frostfrei.

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Wettertrend für Nordhessen in den kommenden 10 Tagen

Der Wettertrend für Nordhessen zeigt, dass die Temperaturen ab Montag wieder in den positiven Bereich steigen. Aber bis dahin wird es vor allem in der Nacht zum Sonntag noch einmal knackig kalt werden. Bis zum minus 7 Grad sind im Norden des Landes zu erwarten. Im Rhein-Main-Gebiet wird es nicht ganz so kalt. Dazu am Samstag weitere Schnee und Schneeregen Schauer.

Fazit: Das Wetter kann sich jederzeit ändern, es kommt einfach darauf an, wo die Luftmassen herkommen. Ein Zusammenspiel von Hoch und Tiefdruckgebieten ist dabei sehr wichtig. Eine Westwetterlage bringt meist milder und nasses Wetter. Luftmassen aus Norden und Osten in Verbindung mit einem Schneetief können mitunter heftige Schneefälle auslösen. Kalte und trockene Luft aus dem Osten bringen eisige Temperaturen. Alles ist in diesem Winter noch möglich. Aber keiner weiß heute, wie das Wetter im Januar oder Februar wird. Deshalb immer aufmerksam unsere Berichte lesen.

Aktualisiert am 19. November 2022 9:04 Uhr