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Luftmassengrenze: zwischen Frühlingswetter und Schneefall. Wer bekommt was?

Angesichts der sich abzeichnenden meteorologischen Bedingungen erleben wir eine spannende Wetterkonstellation durch die Bildung einer Luftmassengrenze. Dieses Phänomen verursacht markante klimatische Unterschiede innerhalb Deutschlands, indem sich erhebliche Gegensätze zwischen den verschiedenen Regionen aufbauen. Während der Norden noch einmal Schnee erleben könnte, zeichnet sich im Süden frühlingshafte Milde ab, dabei können die Temperaturen mit Unterstützung des Föhns bis auf 20 Grad ansteigen. Welche Wetterlage uns genau in dieser Woche erwartet, erfahren Sie in diesem Artikel.

Das Wetter in Deutschland gestaltet sich durch das Zusammenspiel von Hoch FRANK und Tief NADINE weiterhin abwechslungsreich. Während der Südwesten durch Hoch FRANK trockenere Verhältnisse erlebt, sorgt Tief NADINE im Norden für teils stürmisches Wetter. Zur Wochenmitte hin zeigt sich eine spürbare Luftmassengrenze zwischen dem kühleren Norden und dem milderen Süden des Landes. Ab Donnerstag führt eine Warmfront mildere und feuchtere Luft aus dem Südwesten in die Region. Im Norden könnte die Begegnung mit kühler Bodenluft jedoch zu einer temporären Rückkehr winterlicher Wetterbedingungen führen.

2. März 2024 Luftmassengrenze: zwischen Frühlingswetter und Schneefall. Wer bekommt was? um 1:12 Uhr
Ab Mittwoch wird sich eine Luftmassengrenze über Deutschland bilden, welche die Wetterlage in zwei extreme Lager spalten wird. Während im Norden bei tiefen Temperaturen Schneefall möglich ist, wird es am Alpenrand unter Föhnverstärkung bis zu 20 Grad warm.

In der zweiten Wochenhälfte erleben wir einen spannenden Wetterumschwung, getrieben von der Ankunft einer Warmfront aus südwestlicher Richtung. Diese bringt milde und feuchte Luftmassen mit sich, die uns vorübergehend vom Frühling träumen lassen. Doch die bodennahe Kaltluft im Norden Deutschlands steht dieser milden Invasion gegenüber. Dort, wo sich diese Luftschichten treffen, entsteht eine Art Wetterscheidelinie. Schauen wir uns dazu in den nächsten zwei Grafiken die Wahrscheinlichkeit für Neuschnee aus der Sicht des GFS und des ECMWF Wettermodells an. Wie immer bei diesen beiden gibt es durchweg andere Ansichten.

2. März 2024 Luftmassengrenze: zwischen Frühlingswetter und Schneefall. Wer bekommt was? um 1:12 Uhr
Das US-Modell haut mal wieder richtig auf die Pauke zum Thema Neuschnee in Deutschland. Nach dessen Willen würde sich in einer Linie von NRW über Nordhessen bis nach Dresden eine ausgeprägte Schneefront bilden. In unseren Augen ist diese Rechnung eher nicht als glaubwürdig einzuschätzen. 
2. März 2024 Luftmassengrenze: zwischen Frühlingswetter und Schneefall. Wer bekommt was? um 1:12 Uhr
Diese Karte zeigt das ECMWF Wettermodell mit den Neuschneemengen in den kommenden 5 Tagen über Deutschland. Diese Version scheint aktuell realistischer zu sein. Primär in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern wird sich die bodennahe Kaltluft bemerkbar machen und Flocken von Frau Holle bringen.

Diese Konfrontation der unterschiedlichen Luftmassen birgt große Unsicherheiten in Bezug auf das tatsächliche Wettergeschehen. Vor allem im Norden besteht das Potenzial, dass die feuchte, wärmere Luft auf die kalten Bodenschichten trifft und zu einer vorübergehenden Rückkehr winterlicher Bedingungen führt. Selbst die Ausbildung einer Schneedecke ist bis dato nicht ausgeschlossen. Dazu eine Anmerkung. Neuschneemengen heißt nicht automatisch, dass dieser auch liegen bleiben wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass Schnee anstatt Regen vom Himmel fällt, ist größer.

Deutschland befindet sich am Montag weiterhin zwischen tiefem Luftdruck über Nordeuropa und einem Hoch über Südeuropa. Dabei liegt ein Tiefausläufer über dem Nordosten des Landes. Ins übrige Land fließt sehr milde Atlantikluft. Da im Süden das Hoch zugleich noch für Sonnenschein sorgt, wird es dort besonders mild.

Es gilt jedoch zu beachten, dass diese meteorologischen Ereignisse und deren genaue Auswirkungen oft schwer vorherzusehen sind. Wettermodelle können die Szenarien zwar abbilden, doch die präzise Entwicklung und Verteilung von Niederschlägen, insbesondere Schnee, ist herausfordernd zu prognostizieren.

Auf welche Wetterlage müssen Sie sich in dieser Woche einstellen?

Die Wetterlage in Hessen bleibt zu Beginn dieser Woche durch den Einfluss verschiedener Großwetterlagen geprägt. Der Dienstag startet mit einer dichten Wolkendecke und lässt kaum Sonnenstrahlen durch. Besonders im Rheingau und an der Bergstraße bleibt es weitestgehend trocken, während sich in anderen Regionen, speziell in Nordhessen und Richtung Rhön, einige Niederschläge in Form von Regen und Sprühregen bemerkbar machen werden.

2. März 2024 Luftmassengrenze: zwischen Frühlingswetter und Schneefall. Wer bekommt was? um 1:12 Uhr
Unterschiedlicher kann die Verteilung der Temperaturen über Deutschland kaum sein. Während am Mittwoch in Rostock maximal 1 Grad gemessen wird, sind in Frankfurt am Main bis zu 10 Grad auf der Agenda. Selbst die Differenz zwischen Kassel und Frankfurt liegt bei 6 Grad.

Die Temperaturen bleiben angenehm mild, mit Höchstwerten, die zwischen 8 und 13 Grad liegen. Allerdings wird es auf den Gipfeln der Wasserkuppe und im Upland nur um die 4 Grad warm. Die südwestlichen Winde wehen mäßig bis frisch und bringen verbreitet starke sowie im nordöstlichen Teil des Landes steife Böen mit sich. In den Hochlagen sind stürmische Böen zu erwarten. In der Nacht zum Mittwoch zieht stärkerer Regen auf, vornehmlich im Norden. Hier fallen die Temperaturen auf 7 bis 5 Grad in niedrigeren Lagen und um die 3 Grad in höheren Gebieten.

Am Mittwoch verdichtet sich die Wolkendecke weiter und breitet sich aus dem Nordwesten ausladender Regen aus, der lokal auch kräftig ausfallen kann. In den Staulagen der Rhön, des Vogelsbergs und des Uplands ist gar mit der Ausbildung einer Dauerregensituation zu rechnen. Im Laufe des Nachmittags kann es in Nordhessen zu Nassschneefällen kommen, da hier die kältere Luft aus dem Norden bereits auf die milderen Luftmassen aus dem Süden trifft. Die Temperaturen schwanken zwischen 7 Grad im kälteren Norden und höherem Bergland und 11 Grad im Süden. Der Wind kommt meist aus südwestlichen bis westlichen Richtungen und lässt es mit starken bis stürmischen Böen über Land gehen. Gegen Abend lässt der Wind nach und dreht im Norden auf Nordwest bis Nord.

2. März 2024 Luftmassengrenze: zwischen Frühlingswetter und Schneefall. Wer bekommt was? um 1:12 Uhr
Nasse Zeiten liegen vor Hessen. Dabei werden laut dem ECMWF Modell je nach Region 30 bis lokal 60 Liter Niederschlag erwartet.

Der Donnerstag zeigt sich von seiner regnerischen Seite, mit anhaltenden Niederschlägen und überwiegend bedecktem Himmel. Der Regen ebbt erst am Abend langsam ab, wobei in den Staulagen des Berglands weiterhin mit Dauerregen zu rechnen ist. Die Temperaturen steigen auf 7 bis 11 Grad, verharren im höheren Bergland jedoch bei ungefähr 5 Grad.

2. März 2024 Luftmassengrenze: zwischen Frühlingswetter und Schneefall. Wer bekommt was? um 1:12 Uhr
Der Wetter-Trend für die nächsten 10 Tage in Hessen zeigt einen Rückgang der Temperaturen bis Ende der nächsten Woche. Selbst eine winterliche Phase mit Schnee und Frost kommt nach den neuesten Mittelfristmodellen wieder in greifbare Nähe.

Der schwache bis mäßige Wind aus östlichen Richtungen nimmt im Tagesverlauf zu und dreht später auf Südwest. Dabei können einzelne starke Böen auftreten. Die Nacht zum Freitag bleibt bedeckt, und der leicht bis mäßige Regen hält an. In Gegenden wie Südhessen kühlt es auf etwa 8 Grad ab, im Norden auf 5 Grad und in den höchsten Lagen auf 3 Grad, wobei hier auch steife Böen aus südwestlicher Richtung zu erwarten sind.

Angelo D Alterio

Angelo D'Alterio ist ein leidenschaftlicher Experte auf dem Gebiet der Meteorologie, der sich bereits seit dem Jahr 2013 intensiv mit Wetterphänomenen auseinandersetzt. Mit einem tiefen Verständnis für Unwetterwarnungen und Synoptik hat Angelo im Laufe seiner Karriere einen bemerkenswerten Beitrag zur Meteorologie geleistet. Im Jahr 2015 setzte er sein Wissen und seine Begeisterung produktiv ein, indem er Mitgründer und Chef-Meteorologe der Unwetteralarm Schweiz GmbH wurde, einer Initiative, die bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2021 wuchs. Anschließend inspirierte Angelo D'Alterio die Gründung der Meteoleitstelle Hessen, wo er seine Fachkenntnisse weiterhin einbringt. Durch seine Erfahrungen und Spezialgebiete, insbesondere im Bereich Unwetterwarnungen, etablierte er sich als renommierter Fachmann in der Meteorologen-Community. Neben seiner fachlichen Tätigkeit ist Angelo ein geschätzter Inhaltsersteller, dessen Artikel und Beiträge auf verschiedenen sozialen Plattformen zu finden sind. Sie können ihm folgen und sich mit ihm auf Mastodon, Facebook, Threads, Twitter, Linkedin, sowie auf Instagram vernetzen und austauschen.

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