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Turbulenter Donnerstag, ein Randtief sorgt für Sturm und Regen.

Nach einer meist ruhigen Wetterlage bedingt durch ein Hoch über Spanien bahnt sich zur Wochenmitte ein klein wenig Brisanz bei den Wettermodellen an. Im Fokus steht hierbei ein kleines Randtief, welches sich von dem Tiefdruckkomplex Ute über Island abspalten und dabei ein markantes Windfeld entwickeln wird, welches primär an der Nordsee und in der Westhälfte von Deutschland zu Sturmböen führen wird. Auch Regen und sogar Frost und Schnee werden bis zum Wochenende in aller Munde sein. Doch erwarten Sie keinen großartigen Wintereinbruch, diesen wird es definitiv nicht geben. Lesen Sie diesen Bericht mit Aufmerksamkeit.

Stürmische Entwicklungen: Randtief prägt das Wettergeschehen in Deutschland

Am kommenden Donnerstag muss sich Deutschland auf eine markante Wetteränderung einstellen. Einfluss auf die Wetterlage nimmt ein Randtief, das sich von dem größeren Drucksystem Ute über Island ablöst. Dieses Tief bewegt sich in südöstlicher Richtung und entwickelt auf seinem Weg ein bedeutendes Sturmfeld, welches insbesondere im Westen und Norden des Landes spürbar sein wird.

Turbulenter Donnerstag, ein Randtief sorgt für Sturm und Regen. 19. Juli 2024
Am Donnerstag wird sich ein kleines Randtief vom Atlantik an die Nordsee verlagern. An dessen Südflanke wird sich ein markantes Windfeld entwickeln, welches nach jetzigem Stand auch in Hessen am Abend Spitzenböen bis zu 80 km/h erreichen.

Was ist überhaupt ein Randtief?

Ein Randtief ist ein kleineres Tiefdruckgebiet, das sich am Rand eines größeren Tiefdruckkomplexes bildet. Es kann sich verselbstständigen und eigene Wetterphänomene verursachen, die sich oftmals durch starke Windentwicklungen auszeichnen. Im aktuellen Fall dürfte das Randtief einhergehen mit stürmischen Böen, die in tieferen Lagen vielerorts zu spüren sein werden. In höher gelegenen Gebieten sind Sturmböen oder schwere Sturmböen zu erwarten, auf exponierten Gipfeln, wie dem Brocken, sogar orkanartige Böen.

Turbulenter Donnerstag, ein Randtief sorgt für Sturm und Regen. 19. Juli 2024
Der EFI “Extremwetterlagen Parameter laut ECMWF zeigt für den Donnerstag bei der Windentwicklung primär im Westen und in der Mitte des Landes nach jenem Stand die größere Wahrscheinlichkeit für starke Böen. Dort liegt der Index bei 67 bis 75 Prozent.

Folgen des Randtiefs auf das Wetter am Donnerstag

Die Vorhersagen deuten darauf hin, dass sich im Laufe des Tages ein auffrischender Süd-Südwestwind einstellt, der zu stürmischen Böen auch in tieferen Lagen führen kann. In den höheren Bergregionen ist mit intensiveren Sturmböen zu rechnen. Für die Küstenregionen an der Nordsee, vornehmlich die schleswig-holsteinische Küste, werden sogar vereinzelte orkanartige Böen nicht ausgeschlossen, die vorübergehend für einen schweren Sturm sorgen könnten.

Neben dem Wind spielt auch der Niederschlag eine wichtige Rolle. Es ist mit verbreitetem Regen zu rechnen, wobei in einigen Staulagen der westlichen, südwestlichen und zentralen Mittelgebirge die Möglichkeit besteht, dass innerhalb von 24 Stunden 30 Liter pro Quadratmeter oder sogar etwas mehr fallen könnten.

Turbulenter Donnerstag, ein Randtief sorgt für Sturm und Regen. 19. Juli 2024
Auch beim Parameter “Regen” schlägt die Extremwettervorhersage” derzeit im Bereich der Mitte von Deutschland an. Im Klartext bedeutet dies, dass die Wahrscheinlichkeit für Niederschlag in einem markanten Bereich über der Mitte des Landes mit bis zu 90 Prozent am größten ist.

Der Parameter “Extremwetterlage” des ECMWF-Modells

Der Begriff “Extremwetterlage” bezeichnet Situationen, in denen das Wetter eine deutliche Abweichung von den normalen Wetterbedingungen aufweist und etwaige Extreme wie heftige Unwetter oder Stürme bringt. Das European Centre for Medium-Range Weather Forecasts (ECMWF) stellt ein Modell zur Verfügung, das verschiedene Parameter verwendet, um das Potenzial für solche Wetterextreme vorherzusagen.

Beim Parameter “Extremwetterlage” werden verschiedene meteorologische Größen wie Luftdruckkonstellationen, Windgeschwindigkeiten und Niederschlagserwartungen berechnet und miteinander in Verbindung gesetzt, um die Wahrscheinlichkeit von Extremwetterereignissen abzuschätzen. Schlagen diese Parameter an, wie es für den kommenden Donnerstag der Fall ist, weist dies auf eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für außergewöhnliche Wetterbedingungen hin, bei denen besondere Vorsicht geboten ist.

Vorsichtsmaßnahmen und Ausblick

Es ist angeraten, in Bezug auf Extremwetterlagen Parameter keine Panik aufkommen zu lassen, sondern sich adäquat vorzubereiten. Empfehlenswert ist es, den Wetterbericht der Meteoleitstelle aufmerksam zu verfolgen und auf plötzliche Wetterveränderungen eingestellt zu sein. Sicherheitsmaßnahmen wie das Sichern von Gegenständen im Freien und die Meidung von Wäldern oder exponierten Stellen können Risiken minimieren.

Auch in den nächsten Tagen bleibt es wechselhaft, aber weiterhin deutlich zu mild für die Jahreszeit. Mit einem deutlich erstarkten Jetstream bilden sich zur Wochenmitte kräftige Tiefs auf dem Nordatlantik. Damit zeichnet sich ein turbulenter Donnerstag mit kräftigem Regen, einer knackigen Kaltfront und womöglich einem Randtief mit Sturmgefahr ab. Mehr dazu im aktuellen Video

Das Randtief und seine Auswirkungen auf das Wetter in Deutschland bilden einen vorübergehenden Höhepunkt im meist ruhigen Wetterverlauf der Woche. Mit einer anschließenden Strömungsumstellung auf Nordwest und einem Zustrom kälterer Luft werden die Temperaturen sinken und lassen zumindest in den Höhenlagen an Schneefall denken. Das Wochenende sieht letzten Prognosen zufolge insgesamt trockener aus, wobei in der Westhälfte das Risiko von Schauern erhöht bleibt. Ob das Wettergeschehen auch am Sonntag wieder nasser wird, ist momentan bisher nicht abschließend zu beurteilen.

Angelo D Alterio

Angelo D'Alterio ist ein leidenschaftlicher Autor auf dem Gebiet der Meteorologie, der sich bereits seit dem Jahr 2013 intensiv mit Wetterphänomenen auseinandersetzt. Mit einem tiefen Verständnis für Unwetterwarnungen und Synoptik hat Angelo im Laufe seiner Karriere einen bemerkenswerten Beitrag zur Meteorologie geleistet. Im Jahr 2015 setzte er sein Wissen und seine Begeisterung produktiv ein, indem er Mitgründer und Chef-Meteorologe der Unwetteralarm Schweiz GmbH wurde, einer Initiative, die bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2021 wuchs. Anschließend inspirierte Angelo D'Alterio die Gründung der Meteoleitstelle Hessen, wo er seine Fachkenntnisse weiterhin einbringt. Durch seine Erfahrungen und Spezialgebiete, insbesondere im Bereich Unwetterwarnungen, etablierte… More »
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